Hufgelenksentzündung

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Flokati

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Hufgelenksentzündung

BeitragSa 24. Aug 2019, 05:58

Hallo

Mein Wallach (8) hat nun zum zweiten Mal in 4 Jahren eine Hufgelenksentzündung. Vom TA hat er Cortison und Hyaluronsäure gespritzt bekommen und läuft nun fast wieder normal. Der TA sieht als Ursache die ungünstige Hufstellung und die Belastung auf harten Böden und meint zum einen , dass der Beschlag aber Ansicht okay wäre und das Pferd bei einer regelmäßigen Weiterbehandlung und der Beachtung der Bodenverhältnisse sportlich weiter „nutzbar“ wäre.

Ich möchte gerne, dass das Pferd in einen Zustand kommt, in dem es auch ohne regelmäßige Medikation im Freizeitbereich einsetzbar ist. Deswegen suche ich nach Erfahrungen in der Kombination leichter Bockhuf/Zwanghuf und HGE. Wer hat ein Pferd mit einem ähnlichen Befund? Konnte über die Hufbearbeitung etwas positiv verändert werden? Und wie wurde der Huf bearbeitet? Gibt es evtl noch andere Ansatzpunkte?

Liebe Grüße, Anika
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munsboro

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSa 24. Aug 2019, 18:52

Meine Holsteinerstute ist aufgrund einer HGE aus dem Sport raus und auch nie wieder richtig in Gang gekommen. Haben in Zusammenarbeit Schmied und Klinik verschiedene Beschläge ausprobiert, aber es war keiner dabei, der auf Dauer funktionierte. :(
Sie war damals 10 und es war der erste Befund. Mittlerweile hat sie ein Fohlen bekommen und wird nur noch freizeitmäßig zuhause auf dem Platz bzw. Im Gelände geritten.
Drücke die Daumen, dass deiner wieder komplett belastbar wird.

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merlin

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSa 24. Aug 2019, 19:48

Meine hatte vor Jahren auch eine HGE, ist aber soweit wieder fit. Bzw aktuell fitter als je zuvor.

Ich denke wenn es dir gelingt über den tellerrand zu schauen und die Ursache zu finden und abzustellen, dann wird das auch wieder. Der zwanghuf kommt ja auch irgendwo her...
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Tasha

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSo 25. Aug 2019, 06:41

Eine Bekannte hat eine Stute mit Bockhuf. sie hat mit konsequenter Physio (die u.a. auch mit Neurostim arbeitet) und Hufbearbeitung erstaunliche Veränderungen erreicht. Unerlässlich bei einer Hufkorrektur ist eine richtig gute Physio die die Strukturen mit korrigiert. Denn wenns oben nicht passt macht eine Korrektur unten keinen Sinn, sondern kann es sogar verschlimmern. Bei der Stute äusserte sich das in 2 Sehnengeschichten.
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Flokati

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSo 25. Aug 2019, 08:38

munsboro hat geschrieben:Meine Holsteinerstute ist aufgrund einer HGE aus dem Sport raus und auch nie wieder richtig in Gang gekommen. Haben in Zusammenarbeit Schmied und Klinik verschiedene Beschläge ausprobiert, aber es war keiner dabei, der auf Dauer funktionierte. :(
Sie war damals 10 und es war der erste Befund. Mittlerweile hat sie ein Fohlen bekommen und wird nur noch freizeitmäßig zuhause auf dem Platz bzw. Im Gelände geritten.
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Hatte deine Stute schon eine sichtbare Veränderung am Gelenk? Hat sie die Schmerzen immer durch Lahmheit gezeigt?

Danke für das Daumen drücken, dass können wir gut gebrauchen.


@merlin was war bei deinem Pferd die Ursache?


@tasha Danke für deine Antwort. Ich werde Montag mal mit der Osteopathin Kontakt aufnehmen!
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merlin

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSo 25. Aug 2019, 18:23

Bei meiner war das alles eine Baustelle "von oben" - die war thorakal einfach komplett instabil und der das hufgelenk hat diese Überlastung nicht kompensieren können.
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Iradiel

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSo 25. Aug 2019, 22:02

merlin hat geschrieben:Bei meiner war das alles eine Baustelle "von oben" - die war thorakal einfach komplett instabil und der das hufgelenk hat diese Überlastung nicht kompensieren können.


Wie hast du letztendlich den Auslöser gefunden?
Man muss ja irgendwie sozusagen anfangen. War es das Ausschlussprinzip oder wie bist du es angegangen?
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merlin

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragMo 26. Aug 2019, 10:53

mh, das kann ich so gar nicht genau sagen. Sie war immer wieder unerklärlich lahm (über Jahre!), mal richtig, mal nur leichtes ticken - aber immer vorne rechts. Ich habe viel Geld für Diagnostik ausgegeben, letztendlich haben wir aber nichts gefunden (ausser einem geringgradigen KS-Befund, den sie vermutlich immer schon hatte). - Nachdem wir dann aber diese Instabilität behoben hatten, waren plötzlich auch diese ganzen komischen Sachen erledigt.

Edit: Ich habe eine bunte Sammlung von Röntgenbildern, CT´s, Blutbildern, Thermographie und ja.... Würde ein Tierkommunikator einen Brief schreiben, hätte ich den auch :nixweiss: :lol:
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Iradiel

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragFr 30. Aug 2019, 08:11

Okay, dass ist gut zu wissen.
Wurde mit irgendeinem Zusatzfutter unterstützt?
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Wookiee

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragFr 30. Aug 2019, 10:17

Hi Merlin,
könntest du die Instabilität noch näher beschreiben? Ich bin auch seit 3 Monaten am Rumdoktern mit meinem Wallach wegen HGE, bin mir aber mittlerweile nicht so sicher, dass es das wirklich ist/war, sondern eher eine Rückenproblematik. Meine Physio war da auch schon dran, es waren auch Blockaden da, aber evtl. kommt das ja von ganz woanders ...

Röntgen, Thermografie, alles o.B.
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merlin

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragSa 31. Aug 2019, 18:07

Hast eine pn 8-)
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jenne84

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragMi 11. Sep 2019, 10:54

Tildren ist doch das Wundermittel bei HGE habe ich zumindest gehört, was sagt meine TÄ. das ist die künstliche Titte fürs Hufgelenk :lol: :lol:
Also meine Stute hat damit auch immer wieder mal zu tun haben sie jetzt nach 4 Jahren nochmal mit Cortison und Hyaloron behandelt röntgennologisch gibts keine Veränderung, im winter läuft Sie mit Duplos im Sommer hat Sie Platten unter den eisen, hat halt leider auch einen Bockhuf mit Verdacht auf Schale aber letztendlich alles gut zu managen. Das A und O ist ein guter Schmied und die Duplos helfen auch finde ich.
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Militarypferd

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragMi 11. Sep 2019, 13:15

Tildren ist out, Osphos heißt der Nachfolger. :lol: Keine langen Infusionen mehr, und deutlich verringerte (bzw. garkeine) Kolik Probleme und bis letztes Jahr noch Doping frei... :flucht:

Und ansonsten noch PRP, IRAP, MSC...
Aber wie Jenne schon sagt, die Hufkorrektur ist das a und o.

Wobei meine Erfahrung sagt, dass eine HGE, auf Grund einer Fehlstellung eine deutlich ungünstigere Prognose aufweist.
Dran! Drauf! Drüber!
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Erniie

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragMi 11. Sep 2019, 18:13

Da kann ich auch ein Lied von singen. ;)
Mein Pony hatte 6 jährig immer wieder HGEs vorne rechts. Dort hat er einen Bockhuf. Nach 6 Monaten Behandlung mit Cortison, Hyaluronsäure, IRAP und orthopädischem Beschlag haben wir ihn auf die Wiese als Rentner entlassen. Weil mir das in dem Alter aber nicht passte habe ich ihn nach 3 Monaten nochmal eingepackt und bin zum MRT nach Lüsche mit ihm gefahren. Knorpel im HG kaputt, FTU kaputt, Seitenband kaputt. Mit Arthrex ACP(? bin mir nicht mehr sicher, war aber Arthrex) gespritzt, nachts in der Box BoT Gamasche und Zusatzfutter auf eigene Faust (TA sagte kann nicht schaden): Grünlippenmuschelextrakt, MSM, Ingwer, Teufelskralle. im darauffolgenden April (18 Monate nach dem ersten Mal Cortison) habe ich ihn wieder Schritt geritten, im Juni der erste Trab, August(?) wieder galoppiert. Im Herbst habe ich den orthopädischen Beschlag abnehmen lassen weil der Hufschmied miese Arbeit gemacht hat und die Sohle komplett verfault war unter der Platte. Sind dann zu einer Barhufpflegerin gewechselt (entgegen tierärztlichen Rat ...). Dezember dann dressurmäßig bei normaler Belastung angekommen, allerdings immer mit 2 Tagen Arbeit 1 Tag Regenaration, rein Dressur auf gutem Boden, ausreiten und Kutsche fahren. Wieder April, also 2,5 Jahre nach dem ersten Cortison, bin ich das erste mal wieder eine Dressurprüfung geritten. Im Herbst Stangen- und Cavalettiarbeit dazu genommen. Im März 2016 bin ich nach 4 Jahren das erste mal wieder zum Geländetraining gefahren (und hätte heulen können vor Freude, weil von allen für unmöglich gehalten). Wir sind jetzt (12 Jahre alt der gute) bei völlig normaler Belastung, L** Dressur, A** Springen, A* Gelände, M** Fahren inkl Marathon / Gelände. Er läuft wie ein Uhrwerk, aber nur OHNE EIsen. Mit Eisen wächst der Bockhhuf zu unterschiedlich durch die fehlende Abnutzung. Allerdings merkt man sehr schnell, wenn er wieder in den Schultern / Rist Bereich schief wird. Deshalb mache ich viel Bodenarbeit mit gymnastizierenden Übungen - Kopf zum angehobenen Hinterbein nehmen (wie beim kratzen) hilft wahre Wunder was die Schiefe angeht. Die Osteo kam anfangs alle 6 Monate, mittlerweile findet sie nach 12 Monaten kaum noch was. TÄ die seine Geschichte nicht kennen sehen keinen Gangunterschied auf dem rechten Vorderbein, wobei man einen minimalen Unterschied erkennen kann wenn man es weiß. Da es sich nicht verschlechtert aber alles gut.
Achja, 2016 habe ich ihn von Box auf Offenstall umgestellt. Außer 4 Wochen nach dem MRT hat er außerdem nie länger als nachts in der Box gestanden, das war mir wichtig. Aktuell fütter ich nur noch MSM, weil das Zeug super ist - und günstig :lol: Wäre allerdings nicht nötig :nixweiss: Und bei kaltem Wetter ziehe ich ihm seine BoT Gamaschen auf dem Anhänger an. Aber auch nur, weil ich sie im Schrank liegen habe und mir denke, dass man mit warmen Beine noch weniger Gefahr von Verletzungen läuft. Aktuell bekommt das Bein also keine nennenswerte Beachtung, lediglich achte ich ganz penibel auf 20 Minuten Schritt zum aufwärmen - immer, überall.
Drücke dir die Daumen!

Edit: Seine RöBis waren immer ohne Befunde, Ultraschall war ein minimaler Befund, TPA Verbesserung bei HG aber mit Rest. MRT sagte dann geringgradig FTU & äußeres Seitenband, HG Knorpel deutlichester Befund.
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munsboro

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragDo 12. Sep 2019, 05:46

jenne84 hat geschrieben:Tildren ist doch das Wundermittel bei HGE habe ich zumindest gehört, was sagt meine TÄ. das ist die künstliche Titte fürs Hufgelenk


guter Spruch
Mein Stute hat damals beides bekommen, erst Tildren und 2 Jahre später Osphos.



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Flokati

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Re: Hufgelenksentzündung

BeitragFr 13. Sep 2019, 06:29

Vielen vielen Dank für eure Berichte und Erfahrungen! Das hat mir sehr viel weitergeholfen :)

Samson steht auch seit über einem Jahr im Offenstall, die Eisen sind seit 2 Wochen ab und wir arbeiten an der Weitung des Hufes. Nebenbei gehen wir viel Spazieren oder er kommt als Handpferd mit ins Gelände.
Die Osteopathin kommt nach jeden Hufschmiedtermin und ist guter Dinge. Laut ihr soll ich ab dem Wochenende wieder anfangen ihn an der Longe zu arbeiten.

Der TA ist leider nicht begeistert von diesem Weg. Er hält regelmäßiges Spritzen für sinnvoller.

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