Vollblüter und Rennen

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SasaRay

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 12:58

Ich wollte damit auch nicht schroff rüberkommen und habe mich auch nicht persönlich angegriffen gefühlt. Ich habe nur auch im Bekanntenkreis Pferdefreunde, die sich solche Rennen überhaupt nicht angucken mögen, was ich absolut verstehen kann. Die spam ich damit natürlich auch nicht zu. Ich dachte nur, wenn sich hier auch alles gruselt, dann muss ichs ja nicht einstellen ...
Natürlich poste ich gern weiter Links (Mission ist schließlich überall) und achte weiter darauf, dass ich nur Rennen einstelle, bei denen alle zwei- und vierbeinigen Sportler gesund nach Hause kommen. Sind Stürze zu sehen, warne ich auch wie immer vor :)

... schließlich kommen die Saisonhöhepunkte ja erst noch ... 8-) :flucht:
Prince Of Lombardy after taking the fourth at Thurles on Thursday, for the Gold Cup winning team of Davy Russell, Jim Culloty and owner Dr Ronan Lambe. 20-03-14 (irishracing.com/Healy Racing Photography)
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Nudge

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 13:48

munsboro hat geschrieben:generell finde ich, dass man aus fast jeder Disziplin Sachen mitnehmen kann, manche Ansätze finde ich z.B. auch bei den Western- oder Islandreitern gut...

OT, aber wenn ich alt und grau(er) bin, werde ich mir auch einen Isi kaufen - da komme ich dann auch sicherer rauf und runter :D
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Militarypferd

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 16:36

SasaRay hat geschrieben:@Militarypferd: Es ist doch ein relativ alter sportphysiologischer Hut, dass die volle Leistungsfähigkeit nur erreicht werden kann, wenn bereits in der Entwicklung entsprechende gezielte Trainingsreize gesetzt werden. Natürlich ohne zu überfordern.
Ein anderthalbjähriger Vollblüter, ich sage mal entsprechend einem zweieinhalbjährigen Warmblüter, kann sein volles Potential nur ausschöpfen, wenn er schon beginnt, zu arbeiten und er kann die vielfältigen Eindrücke auch nur bewältigen, wenn er unbedingtes Vertrauen zum Menschen hat. Das bekommt ein Pferd aber nicht auf der Koppel, bzw nicht allein auf der Koppel.
Bei Rennpferden ist belegt (ich kann das bei Interesse nochmal raussuchen), dass sie je früher sie anfangen, desto länger laufen sie und desto geringer ist die Verletzungsanfälligkeit. Ist ja völlig einleuchtend und die Jährlinge im Filmchen überarbeiten sich ja nicht. Wenn ich einem Warmblüter zum anreiten bekomme und erkläre dem Besitzer nach zehn Wochen stolz, dass der jetzt auf der Wiese geradeaus galoppieren kann, dass fällt der tot um (der Besitzer) und bringt mir sicher kein zweites Pferd für die Ausbildung und schon gar nicht für 3000€ im Monat :D


Danke Sasa, für Deine Ausführungen. Auf der Grundlage bin ich ganz bei Dir. (Deswegen amüsiere ich mich auch gerne über die Aussage, "das achtjährige, rohe Pferd ist noch völlig unverbraucht und jetzt bereit für den großen Sport eingeritten zu werden...")

Was ich allerdings schwierig finde, ist das Maß zu finden, wieviel Trainingsanreiz ich setze, um Knochen, Sehnen etc in die richtige Richtung zu lenken und wo ist zu viel und geht in den Bereich Überlastung hinein? (Bei Menschenkindern, ist ja auch bekannt, dass insbesondere zu hartes Ballett oder Gymnastik Training zu nachhaltigen, lebenslangen Schäden führt.)


Ich war bisher erst an 2 Rennställen, daher ist meine Erfahrung natürlich keineswegs repräsentativ. In einem habe ich erlebt, dass selbst die zweijährigen spätestens jeden zweiten Tag raus auf die Bahn mussten und in wirklich sehr, sehr tiefem Sand mehrere Runden liefen, mir wäre selbst für meinen erwachsenes VS Pferd dieser Boden zu tief, um auch nur im Canter drüber zu galoppieren (gut, meiner ist auch keine tiefen, schweren Sandböden gewohnt).
So eine Arbeit, erscheint mir zu viel Belastung, wie siehst du das? Ich weiß nicht ob das so Standard ist, oder dass die Ausnahme war, was ich gesehen habe.

PS: ich finde es sehr schön, was du hier immer an Informationen präsentiert!
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Quasi

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 17:49

Ich könnte mir aber auch vorstellen dass sowohl Gewicht als auch die Mechanik im Galopp eine Rolle spielen, weshalb die auch die Arbeit auf tieferen Sandbahnen besser wegstecken? So "pflügen" die normalen Warmblüter eine Rennbahn ja richtig, während die Rennpferde vergleichsweise wenig Spuren hinterlassen. So zumindest meine Erfahrungen...
In dem Rennstall, wo ich während des Studiums mitgeritten usw bin, wurden die Pferde nicht jeden Tag auf der Bahn im Galopp trainiert, es wurde auch ausgebunden longiert, dressurähnlich ( 8-)) in einer Halle geritten, Bergtrab/Trab auf Asphalt o.ä. gemacht...
Aber eben, in den richtig großen Rennställen kenn ich mich auch nicht aus. :nixweiss:
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SasaRay

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 19:43

Das mit dem tiefen Boden ist normal und sehr wichtig um Verletzungen zu vermeiden. Das ist ein ganz merkwürdig deutsches Phänomen zu glauben, dass tiefer Boden schädlich für die Sehnen ist. Dem ist nicht so. Im Gegenteil! Man hat auf der Rennbahn signifikant mehr Niederbrüche bei festem Geläuf und Boden fest ist genau das, was man als Normalreiter als angenehm federnd und griffig bezeichnen würde. Boden gut ist immer noch nicht gut, erst good to soft wird als safe ground bezeichnet.
Die Pferde sind etwas langsamer und das ist wohl der Knackpunkt. Vor zwei (?) Jahren war doch in Badminton so tiefer Boden, wo viele Pferde völlig auf dem letzten Loch gepfiffen haben - der war nach Rennbahnklassifikation good / good to soft in places.
Es gibt leider Rennpferde, die zwingend festen Boden wollen. Die laufen dann entsprechend im Sommer mit höherem Risiko ... da hadere ich dann wieder mit.
Natürlich ist eine Standart-Trainingsbahn für einen Warmblüter, der es nicht gewohnt ist, viel zu anstrengend und ein erschöpftes Pferd wird wieder anfälliger ...

Ja, das richtige Maß ist wohl für jedes Pferd anders und da kommt der Trainer ins Spiel. Das ist eben die Kunst und dafür zahlt man dann die 3000 Ocken aufwärts monatlich und hofft einen Sieger zu haben, der auch noch lange Freude hat und macht. :)
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munsboro

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 18. Jan 2018, 21:35

Witzig, ich habe gerade am Wochenende mit einem Bekannten über das Thema Boden gesprochen. Auslöser war mein Problem mit der schlechten Hornqualität meiner Vollblutstute.
Ich hatte ihm aus Australien ein Buch über Peter Moody ( Trainer u.a. von Black Caviar) mit gebracht. Dieser Trainer beschreibt, dass er in Downunder auch immer wieder europäische Pferde hatte, die aber erstmal in Australien Probleme mit ihren Hufen bekommen haben, weil sie aus Europa viel weichere, tiefere Böden gewöhnt sind. Er hat die Pferde dann auf ein bestimmtes Feeding Regime gesetzt und nach ca 1/2Jahr waren sie "akklimatisiert". Schon interessant ;)
Blöd nur, dass er aufgrund dieser speziellen Fütterung einen Dopingfall (mit Cobalt) hatte und daraufhin seine Trainerkarriere an den Nagel gehängt hat.
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Noislu

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragFr 19. Jan 2018, 12:05

Danke @ Sasa für deine Erläuterungen. So findet doch eine gesittete Diskussion/ oder Meinungsaustausch statt, bei dem verschiedene Sichtweisen sachlich angesprochen werden können.
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Fellnase

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 06:40

Ich hab mal eine Frage an diejenigen die sich im Rennsport auskennen.

Ich war gestern zum Renntag auf der Horner Rennbahn. Es hat auch wirlich Spaß gemacht, vor allem weil mein Mann beim wetten mal wieder richtig Glück hatte.
Leider hat sich bei einem Rennen ein Pferd direkt vor meiner Nase verletzt :(
Das sah leider auch gar nicht gut aus...
Für mich war der Spaß dann vorbei.
Ich würde jetzt gerne irgendwo nachlesen wie es dem Pferd geht, in der Hoffnung das es doch nicht so schlimm war und ich mich nächstes Jahr vielleicht noch einmal zum Rennen traue.
Gibt es eine Seite wo es solche Infos gibt?
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munsboro

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 07:00

ich denke mal, dass du an diese Infos nur über den Trainer, Besitzer, Pfleger etc kommst
bei German Racing gibt es eine Pferdesuchfunktion, die aber nur für Abonnenten umfangreichere Infos zur Verfügung stellt, da steht dann entweder aktiv oder nicht aktiv, das bezieht sich auf Rennen
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November

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 08:28

Molly Moon und Tabanike sind aufgrund von Beinbrüchen gestern in Hamburg erlöst worden :(
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November

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 08:31

An der Stelle möchte ich einmal fragen, wie sehr Kniezerrungen beim Rennpferd für eine spätere Verwendung als Reitpferd gewichten.
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Fellnase

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 08:50

November hat geschrieben:Molly Moon und Tabanike sind aufgrund von Beinbrüchen gestern in Hamburg erlöst worden :(


:( :( :( :( :( :( :( :( :(

Tabanike war das Pferd direkt vor mir...
Schrecklich
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November

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 08:57

Ja, die Schimmelstute :cry:
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Quasi

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 09:44

Wie traurig. :cry:
Weiß man denn, wie es zu den Stürzen kam?
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Fellnase

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDo 5. Jul 2018, 10:28

Also Tabanike ist nicht gestürzt, der ist "praktisch" im Lauf die Fessel gebrochen
(So sah es jedenfalls für mich aus)

Das andere Pferd habe ich zum Glück nicht mehr gesehen, mein Renntag war danach gelaufen und wir sind nach Hause gefahren
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Sava

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragMi 11. Jul 2018, 10:22

November hat geschrieben:An der Stelle möchte ich einmal fragen, wie sehr Kniezerrungen beim Rennpferd für eine spätere Verwendung als Reitpferd gewichten.


Was genau ist denn gezerrt?


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munsboro

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDi 6. Nov 2018, 06:45

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chamacoco

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Re: Vollblüter und Rennen

BeitragDi 6. Nov 2018, 12:56

Kann nur berichten, wie sich die Kniebandzerrung bei meinem Pony ausgewirkt hat: Das Band war auf die doppelte Größe angeschwollen und völlig durchlöchert. Nach Behandlung mit IRAP und monatelangem Schritt auf hartem Boden geradeaus (das erste Mal eine lange Seite galoppiert bin ich im Oktober'17, Verletzung entstand im Januar '17) bin ich 2018 Turnier geritten, Springen und Busch. Laut Tierarzt ist das Band nie mehr so dehnbar und elastisch wie es mal war, das heißt, er muss zwingend immer mindestens 30min Schritt gehen bevor er trabt, wenn es kalt wird länger!! Sein Leben lang! Und da halte ich mich pingelichst dran!
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