zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

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Runklrüb

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zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:01

Ich bin schon seit Monaten am Überlegen, wie das mit dem Schimmelmann (1999 geboren) weitergehen soll.

Zur Geschichte:
Ende 2012 wurde vom TA Knieschäden und Kreuzprobleme bei ihm diagnostiziert- Prognose war "noch 2 Jahre, dann Koppelpferd"
da habe ich angefangen ihn zum Fahren vorzubereiten, bis zufällig mit neuen Einstallern auch das "Reitermädel" mit in den Stall kam. Damals 11 Jahre alt, keine 40kg schwer , wirklich talentiert und angstbefreit.
Seit dem reitet sie den Schimmelmann und macht das generell recht gut.
Ich reite ihn seit ca 3 Jahren fast gar nicht mehr, da ich ihm mit meinen 60 kg einfach zu schwer bin (zu den Problemen mit Rücken kam noch Unterstützungsband dazu :verwirrt: )
Entgegen der Prognosen konnte das Reitermädel im letzten Jahr sogar A* Springen mit ihm gehen, sogar das große Abzeichen mit ihm machen.

Nun ist es so, dass er seit Monaten immer wieder unklar geht (allerdings hab ich leider auch einen Verdacht woher das kommt, dass das nicht wirklich besser wird :| )
TA sagt, springen sollte er besser nicht mehr.
Hier muß wirklich penibel auf Hufstellung und auch sonstiges Management geachtet werden.

Dazu hat er einen Leberschaden (was aber ausserhalb von Fütterung keine Einschränkung bedeutet)

Fact ist, dass mir die Kosten langsam über den Kopf wachsen.
Das Reitermädel hat die ganze Zeit nichts für ihn bezahlt (die Kosten rund ums Turnierreiten und Reitstunden hat sie allerdings übernommen) und das wird sich von Seiten der Eltern auch nicht ändern.
Zudem springt sie recht gerne - das ist mit dem Schimmelmann einfach nicht mehr.
Und ihre Rücksicht auf seine Einschränkungen reduzieren sich zusehends :(

Ihn selbst zu bewegen schaffe ich zeitlich auf Dauer nicht (Wie ? Spazieren gehen alleine reicht ihm nicht und Handpferd ist auf Dauer auch keine Lösung)


Nun habe ich mir überlegt ihn als Beisteller abzugeben - allerdings hätte er schon noch gerne eine Aufgabe. Und bezüglich "Beisteller" gibt es auch wilde Geschichten - möcht ich eigentlich nicht für ihn :o
Bedingt reitbar ist er- blöd ist nur, dass er als Kinderreitpferd nicht wirklich taugt (da müssen sie schon angstbefreit sein- dann ist er auch totenbrav) und die meisten Erwachsenen ihm schlicht zu schwer sind.
Kutsche könnte er gut gehen - Vorbereitet ist er (im Winter haben wir auch problemlos Schlitten an ihn gehängt oder Skifahrer ziehen lassen)

Für Schlachter ist er einfach noch viel zu fit - er könnt noch viel Freude haben und auch bereiten- wenn auf seine Einschränkungen Rücksicht genommen wird.



ich hoffe einfach mal auf Ideen von Euch oder Inspiration oder vielleicht beruhige ich mich auch wieder und finde einen Weg das zu finanzieren.
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SasaRay

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:20

Wie sieht es aus mit Rente auf Koppel?
Abgeben finde ich immer sehr schwierig, einfach weil es meistens nicht gut läuft. Gerade mit den Baustellen käme das für mich nicht in Frage, allerdings war ich auch noch nicht in deiner Situation. Ich konnte meine Opis immer selbst bis zum Schluss betreuen.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass du zu schwer für ihn bist, wenn er sogar noch A-Springen laufen konnte. Egal wie leicht das Reitmädel jetzt ist. Du sitzt doch schon einigermaßen im Gleichgewicht und willst da nicht drauf überwintern. So jeden zweiten Tag ne halbe Stunde vorwärts-abwärts locker machen ... wobei das die Kosten natürlich nicht senkt (außer die für den Tierarzt eventuell :) )
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Jessica160

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:28

Ich habe letzten Winter auch überlegt meine "Rentnerin" (geht 4-5x die Woche ins Gelände) auf die Weide zustellen. Habe dann aber zwei ganz tolle Mädels als RB gefunden. Wäre es keine Lösung eine andere / neue RB zu suchen?
Ich habe ganz deutlich formuliert in der Anzeige was ich suche, was beachtet werden soll und was ich nicht möchte. Habe wirklich sehr vernünftige, einsichtige und zuverlässige Mädels gefunden. Preislich habe ich natürlich eine Vorstellung gehabt, habe aber auch ganz klar gesagt, das sich lieber auf 5-10 Euro verzichte, anstatt ein ungutes Gefühl mit der neuen RB zu haben.
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Jessica160

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:29

Jessica160 hat geschrieben:Ich habe letzten Winter auch überlegt meine "Rentnerin" (geht 4-5x die Woche ins Gelände) auf die Weide zustellen. Habe dann aber zwei ganz tolle Mädels als RB gefunden. Wäre es keine Lösung eine andere / neue RB zu suchen?
Ich habe ganz deutlich formuliert in der Anzeige was ich suche, was beachtet werden soll und was ich nicht möchte. Habe wirklich sehr vernünftige, einsichtige und zuverlässige Mädels gefunden (beide Ü18, beide "klein" und leicht). Preislich habe ich natürlich eine Vorstellung gehabt, habe aber auch ganz klar gesagt, das sich lieber auf 5-10 Euro verzichte, anstatt ein ungutes Gefühl mit der neuen RB zu haben.
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:42

Ne halbe Stunde geht schon - das stimmt.
Falls das Reitermädel nicht da ist (weil zB im Landschulheim) mache ich das auch.

Allerdings fühle ich mich dabei auch meist nicht sehr wohl, weil ich merke, dass er sich einfach recht hart tut. Ist beim Reitermädel vielleicht auch so - nur merkt sie das nicht.

Die Kosten senkt das nicht wirklich, das stimmt...abgesehen vom TA der sich allein jetzt seit Oktober auf rund 500.- € belief (ohne Impfung - nur wg Bein)
Zusatzfutter nicht eingerechnet

Rente auf Koppel ist schwierig- der Schimmelmann wird ab dem zweiten Gammeltag so richtig garstig den anderen Pferden gegenüber. er WILL also schon etwas tun und eine Aufgabe haben- oder zumindest betüddlet werden (er ist einfachunfassbar wichtig)

Hab jetzt eben mit meiner TA telefoniert- ob sie vielleicht den einen oder anderen Kutrscher weiß, der einen 1,60 Schimmel sucht als Kutschpferd - am Liebsten zur Verfügung.

Sie findet das sehr traurig und sagt auch, der ist noch nichts für die Koppel- braucht aber eben jetzt konsequentes Management. Und das Reitermädel mit ihren jetzt 15 Jahren hat denke ich weder die reiterliche noch charakterliche Reife das umzusetzen.
Und ich bin eben meist zu anderen Zeiten am Stall als sie - eben erst abends, wenns im Winter auch schon dunkel ist.
Und auf unserer "Chiemgauer Seenplatte" (Reitplatz) mit einem Pferd rumzureiten das ein angeditschtes Bein hat, ist ja auch nicht sinnig
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:46

Jessica160 hat geschrieben:Ich habe letzten Winter auch überlegt meine "Rentnerin" (geht 4-5x die Woche ins Gelände) auf die Weide zustellen. Habe dann aber zwei ganz tolle Mädels als RB gefunden. Wäre es keine Lösung eine andere / neue RB zu suchen?
Ich habe ganz deutlich formuliert in der Anzeige was ich suche, was beachtet werden soll und was ich nicht möchte. Habe wirklich sehr vernünftige, einsichtige und zuverlässige Mädels gefunden. Preislich habe ich natürlich eine Vorstellung gehabt, habe aber auch ganz klar gesagt, das sich lieber auf 5-10 Euro verzichte, anstatt ein ungutes Gefühl mit der neuen RB zu haben.


RB ist immer schwierig

versuchen kann man es - vielleicht findet man eine gute.
Ich hatte schon mal eine- KATASTROPHE !
"ausser Hunger und Durst koa G´fui" wie man in Bayern sagt... wenn ich dabei war, war alles fein, aber was sie veranstaltet hat wenn sie allein war :o
Da ist das REitermädel echt gold gegen.
Versteht mich nicht falsch:
sie macht das ihrem Alter entprechend ECHT soll- aber ihre Ambitionen sind einfach andere :nixweiss: .
Und irgendwie kann es nicht sein, dass der Schimmelmann für ihren Ehrgeiz, der Eltern Geiz und die Omnipotenz ihrer Schwester herhalten soll.

Eine bei uns am Stall hat eine TOLLE RB - vielleicht hat die ja eine leichtgewichtige Freundin die passen könnte.
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credibility

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 11:55

Ich hatte meinen auch als reitbaren Beisteller abgegeben - und das lief nicht gut für ihn. Nach nem halben jahr ist er zurück und ich habe die gleichen Probleme wie Du: kein Geld, keine Zeit um ihm 100% gerecht zu werden.

Ich habe einen guten Deal mit dem Pensionsstall bekommen (reduzierter Preis für Mithilfe im Stall) und habe RBs für ihn.
Die RB Suche ist schwer und nicht gerade ein motivierendes geschäft. Aber die Suche lohnt sich dennoch, ich habe 2 perfekte Helferinnen die ihn abgöttisch lieben.

Die RBs zahlen 30 € wobei die eine mir "freiwillig" 50 überweist und auch mal nen Sack Mash kaufen geht. Ganz kostenlos will ich nicht, dabei geht es mir weniger um die finanzielle Unterstützung als viel mehr ums Prinzip.
Leider ist die Wertschätzung höher, wenn man was bezahlt. Auch mein Opipferd ist nichts "billiges" und sollte den Reitern auch was wert sein.
Meiner Efahrung nach (kann natürlich zufall sein) sagen kostenlose RBs eher ab, sind insgesamt unzuverlässiger und tragen dasgefühl mit sich herum "die besitzerin will was von mir und kann froh sein das ich xy mache" anstatt zu erkennen, das die pferdebesitzer den RBs immer einen riesen gefallen tun, wenn sie ihre kostbaren tiere zur verfügung stellen und anderen leuten das hobby zu finanzieren.
Auch wenn ich natürlich etwas von meiner RB habe, klar sonst hätte ich ja keine, finde ich die gegenleistung weitaus größer.
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Tasha

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 12:29

Ich habe meinen damal 12 jährigen mit Knieschaden (u.A. auch Kreuzband) weggestellt. Er steht jetzt 65km von mir entfernt und ich fahre alle 2 Wochen hin. Dort wird sich super gekümmert und die Anlage ist ein TRAUM! Und ich zahle ganz "ordentlich" Geld für einen Rentnerplatz. Anfangs hatte ich auch die Sorge das er eine Aufgabe braucht, jetzt nach einem Jahr weiß ich das er die nicht mehr braucht. Er hat eine 25 köpfige gemischte Herde, rund ums Jahr Koppel und einen tollen Offenstall.
Ich würde ein lädiertes Pferd nicht abgeben, sondern immer noch die Hand drauf halten wollen. Und so weit weg von mir steht er nur weil mein TA mir den Stall empfohlen hat und in der Nähe seine Praxis hat.
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Carlie

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 12:31

Deshalb war es für mich immer klar das es kein junges Pferd gibt bis der alte nicht mehr da ist.
Das hat sich dann, da war er 23, schneller ergeben wie mir lieb war. Zwei Pferde wären für mich weder finanziell noch zeitlich stemmbar gewesen.
Und ja ich wäre auch gerne mit in der Zeit als er so 18-23 Jahre alt war, lieber dynamisch Dressur geritten.
Aber ich hatte auch Spaß mit dem was ich mit dem "Alten" machen konnte.
Ich bin mit dem z.B. Joggen gegangen. Man konnte ihn auch normal reiten und der hatte auch Spaß an langen Ausritten, wäre das aber alles nicht mehr gegangen wären ich auch mit ihm nur noch gelaufen.
Mein Herz hängt und hing aber schon mehr an der Dressur, als am Ausritt bei Wind und Wetter. Ich hab das eher so gesehen, das eben alles seine Zeit hat und ich eben jetzt zurückstecken muss, das ist mir nicht schwer gefallen.

Das hilft dir jetzt nicht weiter und Freunde mach ich mir mit dem Statement bestimmt auch nicht.
Aber wer soll eine 18 Jähriges, nur von reitstarken Federn händelbares Pferd übernehmen, welches dann auch noch voraussehbare TA Kosten verursacht.
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 12:49

richtig Carlie, dein Beitrag hilft mir nicht weiter.

Weil genau diese Frage stell ich mir auch
Carlie hat geschrieben:Aber wer soll eine 18 Jähriges, nur von reitstarken Federn händelbares Pferd übernehmen, welches dann auch noch voraussehbare TA Kosten verursacht.


daher auch der Thread :nixweiss:

Alles andere hat etwas von "hätte hätte Fahrradkette"

Auch wenn das nicht weiterhilft:
ich habe ganz bewusst ein junges Pferd dazu gekauft - weil ich den Schimmelmann eben noch als "Lehrmeister" gebraucht habe - was er im Übrigen bravourös gemacht hat.
Lieber wäre mir auch gewesen, das wäre gewesen, wenn er schon 20 ist (also in 2 Jahren) und nicht schon als er erst 14 Jahre war.
und damals war die Prognose: noch 2 Jahre dann Koppelpferd.
Koppelpferd ist er (eigentlich zum Glück) immer noch nicht.
Aber das weiß man eben im Vorraus nicht.

@Tasha: eben. Ein lädiertes Pferd möchte ich eigentlich auch nicht abgeben.
Aber so wie es im Moment ist, gehts eben nicht weiter.

ich erhoffe mir von diesem Thread Ideen und Inspirationen, Entscheidungshilfen etc
Vielleicht gibt es auch etwas, was ich noch nicht auf dem Schirm hatte....
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grenos

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 12:58

ich würde die Variante koppelpferd noch einmal überdenken.

mein großer schimmel gehörte auch eher zu der sorte, der was tun wollte, bei ihm ging es gesundheitlich aber nicht
zuerst war er ohne beschäftigung wirklich knatschig und schwer genießbar
mit der zeit hat er sich aber ganz gut damit abgefunden und war auch ohne große beschäftigung zufrieden
die umgewöhnung ging aber nicht von heute auf morgen, das hat schon fast 1 jahr gedauert
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Rumpelstilzchen

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:00

Ich habe unseren Wallach damals nach dem Beinbruch mit Nutzungsvertrag abgegeben für kleines Geld.
Das ist nun schon einige Jahre her und sie hat ihn immer noch (wir haben nach einem Jahr einen Kaufvertrag gemacht).
Ich würde es einfach mal probieren und ein Inserat schalten.
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SasaRay

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:11

Ich würde dir das mit dem Koppelpferd auch ans Herz legen wollen. Eine Umgewöhnung würde ja eh im Frühjahr/Sommer stattfinden. Es wäre also auch noch ein wenig Zeit.

Ich habe einige Rentner bei mir betreut und eigentlich haben sich alle gut eingefügt. Klar ist es eine große Umstellung. Ein Pferd denkt ja nicht, boah toll, Rente, jetzt geh ich angeln ... sondern zuerst ist da immer ein es-wird-sich-weniger-gekümmert.
Bei manchen hat mir echt das Herz geblutet, sie auf ihren Reiter warten zu sehen, aber wenn die Knochen doch nun mal nicht mehr mitmachen ...
Für die Pferde ist es anstrengend und sie müssen sich selber und recht aktiv in ihre neue Rolle einfügen. Mute ihm das doch lieber in einem Stadium zu, wenn er noch kann und selber noch möglichst viel davon hat.
Sag dir einfach: Der macht jetzt was neues. Der wird jetzt Pferd. Das ist doch positiver als: Ich mach nix mehr mit ihm und schieb ihn ab. :)
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suomi

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:11

puh, das ist schwierig. Persönlich würde ich so ein Pferd keinesfalls abgeben. Da würde ich immer zumindest ein Auge drauf haben wollen.

Ich kenne Deine Situation nun gar nicht. Evtl ist es möglich an den Einstellkosten was zu reduzieren? Anderer Stall für den Schimmelmann? Ohne Reitplatz z.B. wäre das sicher günstiger. Oder würdest Du den unbedingt benötigen?

Wahlweise RB suchen für den LEM? Und Du fängst das Kutsche fahren an? - Dann würde geldmässig was rein kommen und du könntest den Schimmel guten Gewissens bewegen? Muss ja nicht unbedingt jeden Tag sein?

Wie gesagt, ich kenn deine Situation nicht und spinne nur so mal vor mich hin... vll ist das alles auch völlig abwegig?
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:19

grenos hat geschrieben:ich würde die Variante koppelpferd noch einmal überdenken.

mein großer schimmel gehörte auch eher zu der sorte, der was tun wollte, bei ihm ging es gesundheitlich aber nicht
zuerst war er ohne beschäftigung wirklich knatschig und schwer genießbar
mit der zeit hat er sich aber ganz gut damit abgefunden und war auch ohne große beschäftigung zufrieden
die umgewöhnung ging aber nicht von heute auf morgen, das hat schon fast 1 jahr gedauert


Das ist im Prinzip auch der Favorit meiner TA
Einfach auf die Koppel stellen und bissl beschäftigen mit Bodenarbeit etc
Wenn das Bein dann in ein paar Monaten wieder besser ist bissl longieren und vielleicht 1 - 2 mal die Woche bissl reiten (VA und auch mal kleine Geländerunden)

Wenn er beschäftigt wird (also sich wichtig fühlt) ist er auch geniessbarer.

aber viel mehr wirds nicht mehr werden. :(


Damit komm ich denke ich auch klar - eventuell findet sich auch eine PB - und in Anlehnung an credis Post - für eine kleine Kostenbeteiligung (10 - 20 € - nur damit es nicht auf "was nichts kostet ist auch nichts wert" hinausläuft)
Die reinen Unterhalt - Stallkosten gehen gerade noch.
Aber jeden Monat im Schnitt 100.- € TA Kosten + Zusatzfutter (hier Magnokollagen) sprengt einfach meinen Rahmen.


Unangenehm wird eben vor allem das Gespräch mit dem Reitermädel und dem danach zu erwartendem Stallklima :flucht:
Andeutungen in diese Richtung hab ich oft gemacht
sie ist in Tränen ausgebrochen (weil sie hängt ja auch an dem Pferd) - ist treu und tapfer 3 Wochen mit ihm Schritt gelaufen als es mit dem Bein akut war.
Andererseits ist sie eben auch ehrgeizig (hat auch Talent) und ich denke, ihre Geduld ist nun nach 3-4 Monaten einfach erschöpft.

Die Lösung mit dem Schimmelmann wareben super.
Das Familienpferd ist ja auch am Stall, die Schwester studiert und das Reitermädel soll das Familienpferd betreuen und reiten, wenn die Schwester keine Zeit hat.

Mit dem Schimmelmann hatte die Kleine ihr "eigenes" Pferd, was sicherlich zur Vermeidung zu Spannungssituationen geführt hat.
Und mir hat sie viel Arbeit abgenommen und konnte noch einiges vom Schimmelmann lernen (der übrigens dressurmäßig recht weit ausgebildet ist- nur reiten muß man das halt können ;))

Bis dahin eine "win- win" Situation. Aber jetzt eben nicht mehr.
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Carlie

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:21

***ich war zu langsam mit meinem Geschreibe, da haben die übrigen schon in die gleiche Richtung geschrieben***Ich hab im ersten Post eigentlich nur so provokant geschrieben, weil ich finde das es nur eine Lösung gibt.

Aber warum stellst du ihn dann nicht auf die Koppel, also so richtig - Rentnerkoppel. Es gibt nicht viele, aber ein paar schöne Plätze gibt es schon.

Ich glaube nicht das ein Pferd eine Aufgabe braucht und in der Herde hat es ja auch eine.

Zumindest im Umkreis München gibt es 2-3 Ställe, dort hätte ich meine mit ruhigen Gewissen hingestellt. Mit ganztägig Koppel in kleinen Gruppen + Box damit ist auch gewährleistet das z.B. Zusatzfutter ins Pferd kommt.

Günstig sind die auch nicht, aber es wäre immerhin der halbe Stallpreis vom Pensionsstall bei mir gewesen. Reiten darf man die Pferde dort nicht (wegen der Besteuerung glaube ich), aber ich hätte ihn dort nur hingestellt wegen des ganztägigen / ganz jährigen Koppelgangs sobald er eben nicht mehr reitbar gewesen wäre.

Ich hab von drei Freundinnen die Dressageponys mehr oder weniger elektrisch und wohlbehütet mit ins Rentendomizil gebracht - die haben uns nach einer Woche nicht mehr mit dem Hintern angeschaut (nicht ganz so schlimm, aber auf den Arm gesprungen um mitgenommen zu werden, sind sie auch nicht). Bei den drei Beispielen konnten wir uns bei zweien überhaupt nicht vorstellen das die auf der Koppel glücklich sind.
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:44

Danke Sasa und Grenos, dass ihr mir Mut macht ! :love:
und natürlich Carlie

suomi hat geschrieben:puh, das ist schwierig. Persönlich würde ich so ein Pferd keinesfalls abgeben. Da würde ich immer zumindest ein Auge drauf haben wollen.

Ich kenne Deine Situation nun gar nicht. Evtl ist es möglich an den Einstellkosten was zu reduzieren? Anderer Stall für den Schimmelmann? Ohne Reitplatz z.B. wäre das sicher günstiger. Oder würdest Du den unbedingt benötigen?

Wahlweise RB suchen für den LEM? Und Du fängst das Kutsche fahren an? - Dann würde geldmässig was rein kommen und du könntest den Schimmel guten Gewissens bewegen? Muss ja nicht unbedingt jeden Tag sein?

Wie gesagt, ich kenn deine Situation nicht und spinne nur so mal vor mich hin... vll ist das alles auch völlig abwegig?


Kutsche Fahren scheitert am Geld.
Geschirr, Kutsche + Führerschein dürften rund 5000.- € sein.
.... wenn ich das Geld hätte, würd ich es machen :love:
falls du das gemeint hast: Mit Kutsche fahren Geld verdienen machen hier einfach zu viele und besser als ich :lol: und als Rückepferde taugen meine beiden irgendwie nicht so recht.

Für den LEM möchte ich keine RB
Auf die 50.- € kommt es nicht an und der LEM ist schon recht speziell (und mir persönlich einfach zu wichtig, auch dass er das, wofür er gekauft wurde weiterhin so gut macht)

Einstellkosten reduzieren: das ist schon ein recht günstiger Stall für das was er bietet (Selbstversorger, aber dafür ganzjährig Koppel bzw Paddock).
Der Reitplatz ist die meiste Zeit des Jahres nicht bereitbar (ziemlich das Gegenteil von "allwetterplatz" ;) )- kostet aber auch nicht mehr als ein Stall ohne Platz
... aber da bringst du mich auf eine Idee :thumbsup: (muß ich mal erruieren und durchdenken)

und völlig abwegig ist GAR nichts.

Aber DANKE !
ihr habt es zumindest erreicht, dass es mir bissl besser geht und auf jeden Fall schon mal Ansätze von Ideen habe (und mir vieles nicht mehr so abwägig erscheint)
Zuletzt geändert von Runklrüb am Di 14. Nov 2017, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Gundi

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:47

Carlie hat geschrieben:...Ich hab von drei Freundinnen die Dressageponys mehr oder weniger elektrisch und wohlbehütet mit ins Rentendomizil gebracht - die haben uns nach einer Woche nicht mehr mit dem Hintern angeschaut (nicht ganz so schlimm, aber auf den Arm gesprungen um mitgenommen zu werden, sind sie auch nicht). Bei den drei Beispielen konnten wir uns bei zweien überhaupt nicht vorstellen das die auf der Koppel glücklich sind.


Ich habe auch immer gedacht, dass es bei Clarence auch so sein wird.
Der war ein richtiges Mama-Kind, nur keine anderen Pferde, bloß nicht im Regen draußen stehen.
Am Anfang habe ich ihn noch fast täglich geritten, dann 3 mal die Woche, dann nach Lust und Laune mal am WE ins Gelände.
Seit Ende April war kein Sattel mehr drauf gelegen, er steht den ganzen Tag mit seinem Mädel draußen. Und ich habe das Gefühl, das taugt ihm inzwischen richtig.
Der ist nöckelig, wenn er mal ausnahmsweise nicht raus darf, oder der Seniorchef bei Dauerregen die beiden schon um 2 reinholt anstatt um 5.
Jeden Tag wenn ich zum Stall komme, grinst mich mein Opa aus seiner Box an. Die Augen leuchten, er ist fröhlich, aber er "braucht" mich nicht mehr. Er kommt zu mir, stumpt mich an, will einen Keks. Ansonsten ist er anderweitig beschäftigt, Rentner eben :rofl:
Will sagen, dass es bei den meisten Pferden funktioniert, wenn man sie langsam runterfährt. Von 100 auf null geht meistens schief, aber über einen längeren Zeitraum sollte das doch funktionieren.
Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was" sondern bei "So isses!"
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brösel87

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 13:55

Wir haben ja unsere Pferde zu Hause und hatten zeitweise mehr Rentner und Invaliden wie reitbare. Einer ist blind, einer ist 25, einer 27, einer hat ein unheilbar lahmes Bein etc. Ich habe immer mit Fingerspitzengefühl PRO PFERD entschieden, egal was meine Mitmenschen gesagt und gedacht haben. Ich kannte die Pferde lange und genau, um zu wissen, was für sie das Beste ist. Deshalb kann man dir sehr schlecht raten, finde ich. Der Blinde steht bei uns zu Hause im Offenstall, weil der dort mittlerweile jeden cm Boden kennt und ist NUR ALLEINE glücklich und entspannt, auch wenn in mir alles "nicht artgerecht" schreit. Der 25-jährige lernt gerade einem 6-jährigen Mädchen das Reiten, steht aber dazu nicht bei uns, weil er immer noch aggressiv wird, wenn wir die reitbaren fertig machen oder fürs Turnier aufladen. Der andere alte hat sich voll mit dem Rentnerdasein arrangiert. Den lahmen habe ich eischläfern lassen, weil ich mir sicher war, dass er Schmerzen hatte, die kein Medikament eindämmen konnte. Lange Rede - kurzer Sinn: horch in dich rein und entscheide im Sinne des Schimmelmannes und nicht nach den Interessen anderer. Was def stimmt ist dass es dauert, bis die Rentner im "Rentnersein" ankommen und es gut finden.
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Runklrüb

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Re: zur Verfügung stellen von Pferd mit Baustellen ?

BeitragDi 14. Nov 2017, 14:07

wenn der Schimmelmann sichtbar Schmerzen beim Laufen hat - vor allem auf Dauer, gibt es für mich auch nur noch eine Lösung.

Aber hier ist es so, dass er beim Traben (beim Reiten und auch führen) leicht tickt - wenn man ihn auf der Koppel sieht, sollte man nicht glauben, dass er irgendwie eingeschränkt ist. Da kann er ALLES und macht nicht mal ansatzweise den Eindruck, dass er fußkrank wäre. :nixweiss:

Dass mit dem "agressiv werden, weil die anderen zum bespaßen geholt werden" könnte bei ihm auch passieren.
Muß man schauen. Daher auch die Idee mit dem 2 - 3 mal die Woche doch was mit ihm machen (wie gesagt Bodenarbeit, bissl Longe oä) und auf jeden Fall jeden Tag 10 min uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Vielleicht kann er sich damit dann doch - trotz unfassbarer Wichtigkeit- damit arangieren.
Wenn nicht - ich schau mal als Plan B, ob es hier nicht irgendwo noch einen Rentner gibt wo er mit auf Koppel kann. Einen anfangs Leidensgenossen, dann "Angelpartner" oder so :nixweiss:

Den Spruch "der Schimmelmann macht jetzt was anderes - der wird jetzt Pferd" der ist toll :love: - ich glaub, das wird mein Mantra :danke: .

Dank euch nochmal.
ich glaube, auch ich muß mich hiermit arrangieren.
Auch damit, dass ich mich höchstwahrscheinlich SEHR unbeliebt mache.

Sitz schon die ganze Zeit hier und heul vor mich hin.... sau doof auf Arbeit.
Zum Glück bin ich klein und hab große Bildschirme :flucht:
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