reiten nach einem Sturz

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brösel87

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 12:44

Falltraining kann helfen, also wirklich mit Profis fallen üben, es geht da hauptsächlich um die richtige Landung, abrollen etc. Wir bieten das mit einem Stuntmen bei manchen Lehrgängen an. Wenn man Fallen an sich gewöhnt ist (auch durch "fallträchtige" Sportarten wie Bouldern, Eislauf etc.) tut man sich im Allgemeinen leichter damit und fällt im Ernstfall auch so, dass es glimpflicher abgeht. Dem Kopf hilft das sehr.
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Militarypferd

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 13:46

Ich denke eine gewisse Portion Respekt vor nem Hindernis sind nicht schlecht.
Und definitiv besser als manche Reiter, die mit harakiri Manier durch Busch und Parcours turnen ohne Rücksicht auf Verluste. (Grade wieder am WE gesehen, ohne Stollen wurde ein Zeit springen auf Gras geritten, Göre knallt in der 3. Wendung mim Pferd hin, weil man ja unbedingt gewinnen will und volles Tempo reiter. Spruch der Mutter, na Hauptsache dir ist nix passiert, ein neues Pferd können wir ja einfach kaufen, wenn der schon zu doof ist seine Füße zu sortieren...) Die sieht die Schuld beim Pferd und reitet unbeirrt weiter...

Wenn die Angst einen allerdings lähmt, bringt das auch nichts. Mir hilft es zusätzlich sehr, wenn ich vorher genau plane, mir überlege (vor allem im Busch) wie ist der Boden(welche Stollen), welches Tempo, jeweils wo, wo ist die ideal linie, sind iwo gefährliche stellen, boden unebenheiten, Licht/Schatten, Spiegelungen...

Was mich bei meinen beiden schweren pferdestürzen so aus der Bahn geworfen hat, war das sie "grundlos" waren.
Sowohl der Hindernisse Richter (sogar ein echter Richter) als auch auf dem späteren Video war kein Fehler meinerseits zu erkennen. Es passte alles Rythmus, Tempo, Absprungspunkt, nur dass sich mein Pferd dazu entschied mit 50% zu wenig Kraft abzuspringen und im Sprung zu landen.

So was kann man nicht verhindern. Aber der Schreckmoment, wenn das Pferd am Boden liegt und nicht sofort aufsteht - da schießt einem das schlimmste durch den Kopf. Zumal gerade ein halbes Jahr zuvor, das Pferd eines Bekannten auf die Art starb.

Seit dem versuche ich noch mehr alle Fehler meinerseits zu vermeiden und das Drumherum best möglich zu planen, da das die einzigen stellen sind, an denen ich was verändern kann.

So ein normales "mal vom Pferd fallen" finde ich da was ganz anderes, passiert mir mittlerweile eigtl auch nur bei den ganz bekloppten oder bei den jungen beim anreiten.
Mir ist auch schon ein jungspund bei Zügel aus der Hand kauen so blöde gestolpert, das wir lagen - kurz drüber nach gedacht - während ich mein Bein unter seinem Bauch hervorzog - und kam zu dem Schluss, dass ich die Zügel bei so einem unausbalancierten pferd in der Wendung hätte nicht so lang lassen dürfen - Thema durch
Das war in keiner Sekunde gefährlich für's Pferd, deswegen empfinde, zumindest ich, da keine Angst vor.
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bumble

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 14:36

Militarypferd hat geschrieben:Ich denke eine gewisse Portion Respekt vor nem Hindernis sind nicht schlecht......


Wenn die Angst einen allerdings lähmt, bringt das auch nichts. Mir hilft es zusätzlich sehr, wenn ich vorher genau plane, mir überlege (vor allem im Busch) wie ist der Boden(welche Stollen), welches Tempo, jeweils wo, wo ist die ideal linie, sind iwo gefährliche stellen, boden unebenheiten, Licht/Schatten, Spiegelungen...
Seit dem versuche ich noch mehr alle Fehler meinerseits zu vermeiden und das Drumherum best möglich zu planen, da das die einzigen stellen sind, an denen ich was verändern kann.

So ein normales "mal vom Pferd fallen" finde ich da was ganz anderes......


So unterschreib ich das auch,wobei ich als Späteinsteiger(mit 45 das Reiten angefangen) nie ein Gelände geritten bin,aber öfter "vom Pferd gefallen",wovor ich nie Angst hatte.
Was Du beschreibst halte ich für das normale,verantwortungsbewusste Abgehen eines Geländes und das i-Tüpfelchen ist dann noch die ganz eigene Entscheidung"passt oder passt nicht" ohne sich von anderen überreden zu lassen,aber jetzt wirds schon etwas OT.
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merlin

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 15:21

Ich persönlich finde jeden sturz schlimm den ich mir nicht erklären kann oder zu dem mir die Erinnerung fehlt. Von einem bekloppten unfreiwillig abzusteigen der rodeo lustig Findet ist für mich ok. Ok es ist scheisse, aber auch ok. Genauso ist es ok wenn ich durch deppertes reiten selbst schuld bin. Aber von einem braven, aus heiterem Himmel und völlig unerklärlich, das sitzt mir im Kopf. d.h. Da reite ich lieber gestörte junge, da weiß man was man hat...
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pavot

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 19:46

Hm....das ist ja mein Problem. Oder ein Teil davon. Ich reite schon viele viele Jahre und habe auch schon ein paar Stunts gedreht. Dabei hab ich mir auch schon wehgetan. Ich hatte danach aber noch NIE weiche Knie als ich's erst mal wieder oben saß. Völlig neue Situation...... :nixweiss:
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bumble

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDi 5. Sep 2017, 21:52

Pavot,bitte nicht falsch verstehen,man wird eben auch älter und sieht Dinge aus einer anderen Perspektive.......mT hat mit Anf.20 in ihrer ersten 2* einen bösen Überschlag gehabt(GsD Pferd und sie in versch.Richtungen),der ihr einen Hubschrauberflug ins KH bescherte,da sie eine Gehirnerschütterung hatte,kann sie sich noch heute nicht an Einzelheiten erinnern und ist "völlig unbeschwert" und problemlos 4 Wochen später die nächste 2* geritten.Heute ,gut 15J.später,schüttelt sie darüber selber den Kopf......
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pavot

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragMi 6. Sep 2017, 04:54

bumble hat geschrieben:Pavot,bitte nicht falsch verstehen,man wird eben auch älter und


:D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
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Ruebchen

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragMi 6. Sep 2017, 06:47

So ist es. Leider.
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pavot

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragMi 6. Sep 2017, 20:27

Ihr habt ja komplett Recht. Ich bin grad 45 geworden und da ist das halt nicht mehr wie mit 20. Aber man will es irgendwie ja nicht wahr haben.....2018 reite ich aber trotzdem noch Busch. Vielleicht steige danach wieder im Dressurlager ein. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mir Dressurturniere noch mal antun kann, nachdem ich jetzt erlebt habe, wie nett und unkompliziert Buschleute und Buschturniere sind :-?
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grenos

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragMi 6. Sep 2017, 20:45

Bitte nicht den Kopf in den Sand stecken!!!

Es gibt so viele gute Möglichkeit mit so etwas umzugehen und so viele Möglichkeiten, gute Unterstützung zu bekommen

Ich hatte vorher ja schon geschrieben, das ich nach meinem Sturz im letzten Jahr ganz oft sogar bei wirklich kleinen Sachen das Riesen-p in den Augen hatte und Black-outs hatte
Und in den Momenten noch nicht einmal ein cavaletti anreiten konnte
Ich hab richtig gemerkt, wie mein Bewusstsein (natürlich geht das) mit meinem Unterbewusstsein (nie im Leben kommen wir darüber) gekämpft haben

In meinem Fall war es das Wingwave, was geholfen hat

Seit dem kann ich alles wieder anreiten, ohne Adrenalinschübe!
Sehr entspannend das ganze
Der Spaßfaktor ist so deutlich gestiegen und noch schöner als vorher

Einzig mit der Höhe hab ich noch Probleme,
Bis e geht alles, ab a Kommt es auf den Sprung an
Da schau ich auf meine tagesform

Dressur muss nicht die Lösung sein


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pavot

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDo 7. Sep 2017, 05:03

grenos hat geschrieben:Dressur muss nicht die Lösung sein


Hihi, der war gut :-)

Wir fahren nächste Woche erst mal in die Heide und ich schau mal wie sehr ich mich dort vor den Sprüngen in Ollsen fürchte :lol:
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grenos

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragDo 7. Sep 2017, 07:22

Ollsen ist ein Traum, um wieder Routine und selbstvertrauen zu bekommen!

GANZ VIEL SPAß!!!

der platz hat sogar meine dressur-elsen-freundin dazu gebracht, gelände zu lieben ;)
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Erniie

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragFr 29. Dez 2017, 21:51

Was ist denn Wingwave? ^^
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grenos

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragFr 29. Dez 2017, 22:10

Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Links dieses Beitrags anzusehen.

Ganz grob und laienhaft erklärt:
Ein Coach winkt mit seinen Fingern von links nach rechts, immer hin und her
Du folgst den Fingern nur mit deinen Augen
Dadurch wird eine künstliche rem -Phase erzeugt (Schlafphase, in der du träumst und die Geschehnisse des Tages verarbeitest)
Deine Rechte und linke Gehirnhälfte kommunizieren miteinander und dadurch kannst du Erlebnisse besser verarbeiten

Im Idealfall ganz und du hast mit deinem „Problem“ kein Problem mehr

Bei mir war es zb nach meinem schweren Sturz 2016 so, dass ich nicht mehr entspannt springen konnte
Zwischendurch Black out, nichts ging mehr
Seit dem ich das einmal gemacht habe, habe ich damit absolut keine Probleme mehr und solange die Sprünge nicht zu hoch sind, kann ich alles wieder entspannt und wirklich konzentriert ohne Adrenalinschub anreiten


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Erniie

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragMo 8. Jan 2018, 22:42

Ich müsste zuerst wieder auf das Pony überhaupt rauf, ohne gleich wieder abzuschmieren :3affen: Der Sturz ist jetzt 7 Monate her, ich kann auf andere Pferde wieder entspannt aufsteigen und habe auch kein schlechtes Gefühl mehr, wenn die Pferde einen Schritt beseite machen, bevor ich sicher sitze. Aber das kleine Mopped lasse ich noch weiter reiten, hilft ihm auch nix, wenn dann die Angst mit aufsteigt. Zum Glück bezieht es sich nur auf den einen Vierbeiner.
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pavot

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragSa 24. Mär 2018, 08:22

pavot hat geschrieben:Ihr habt ja komplett Recht. Ich bin grad 45 geworden und da ist das halt nicht mehr wie mit 20. Aber man will es irgendwie ja nicht wahr haben.....2018 reite ich aber trotzdem noch Busch. Vielleicht steige danach wieder im Dressurlager ein. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mir Dressurturniere noch mal antun kann, nachdem ich jetzt erlebt habe, wie nett und unkompliziert Buschleute und Buschturniere sind :-?


Update: nachdem wir seit August ziemlich kleine Brötchen gebacken haben und ich auch eher wenig gesprungen bin (das lag aber eher am Büro als daran dass ich nicht wenigstens kleine Sachen wollte) scheint das Problem nun "erledigt". Ich bin vor ein paar Wochen einen Hallen-Busch-Lehrgang bei Peer hier in Frankfurt geritten und plötzlich ging alles wieder so wie vorher. Pony fühlte sich gut an und hinterher ist mir aufgefallen, dass ich gar keine weichen Knie hatte. Letzte Woche waren wir in Sahrendorf und das lief auch prima. Ich sage immer noch bei manchen Sachen, dass sie mir zu hoch sind (und davon gibt es in Sahendorf ja nun einige :D ) aber ich bin über Dinge geritten, die ich letztes Jahr im September im Traum nicht angeritten hätte. Und das alles ohne weiche Knie.

Kleine Brötchen backen, dranbleiben und Zeit scheint hier die rechte Kombination gewesen zu sein.

Insofern besteht nun keine Notwendigkeit mehr, die Rückkehr ins Dressurlager in Erwägung zu ziehen. :wiegeil:
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grenos

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragSa 24. Mär 2018, 16:20

Sehr beruhigend

Wirklich toll, dass es bei dir wieder so super klappt!
Ich finde auch , Peer kann einen da schon toll unterstützen


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Erniie

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Re: reiten nach einem Sturz

BeitragSa 24. Mär 2018, 18:18

Ich saß auch wieder auf "meinem Verhängnis" :D
Ich zieh artig meinen Panzer an, hab einen Maria Hilf Riemen am Sattel, in den ich mich beim aufsteigen / anreiten / in brenzligen Situationen mit einer Hand einhake und lasse das kleine Mopped gerade am Anfang nicht zu lang. Außerdem habe ich beschlossen: Wenn auf dem Platz nie was passiert ist und immer nur in der Halle ... scheiß drauf, draußen reiten ist eh geiler und bei schlechtem Wetter reite ich halt nicht :lol:
Mir hat letztlich auch sehr geholfen, dass ich zwei reiterlich schwächere RBs für ihn habe. Zu sehen, dass das trotzdem problemlos funktioniert, hat mir erstaunlich viel Sicherheit zurückgebracht. Ich saß jetzt zwar nur sechs mal wieder drauf, aber es kribbelt schon, wenn ich die Hindernisse auf dem Platz stehen sehe :klatscher:
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