Schwierige Frage OP ja oder nein

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Paul

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BeitragDi 24. Dez 2013, 11:28

Hallo,


wie ja einige mitbekommen haben, habe ich einen 4 jährigen der eine große Zyste im Karpus hat.

Mit diesem Befund ist er 1. nicht reitbar -> Rentner
2. vergrößert sich die Zyste selber und somit wird das Bein irgendwann durchbrechen

Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden ihm noch ein paar schöne Jahre auf der Wiese zu geben, deshalb jetzt er auch schon in einem wunderschönen Rentnerstall.

Allerdings habe ich jetzt eine TA in der Schweiz gefunden, die es operieren würde. Sie sagt, das er innerhalb der nächsten zwei Jahre mit einem gebrochenem Bein auf der Wiese stehen wird, wenn man nix macht.

Zur Info: Die Zyste hat 1/3 des Knochen bereits aufgelöst.

Sollte die OP erfolgreich sein, habe ich 60-70% Chance das er vollreitbar wird.


Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, OP ja oder nein???


Meine Gedankengänge dazu:

-> Er ist ein tolles Pferd, was wirklich gut zu mir passt und da ich jetzt schon 10.000 € in ihm versenkt habe, ist der Rest auf egal...
-> Für das Geld was ich jetzt nochmal in ihn reinstecke- ohne Gewähr das er danach reitbar wird- kann ich mir bei der derzeitigen Marktlage auch einen gesunden neuen kaufen
-> Wenn ich ihn jetzt einschläfern lasse, steht er nicht irgendwann mal mit einem gebrochenem Bein stundenlang auf der Wiese, bis ihn jemand findet. Un dem Pferd ist es egal ob heute oder in drei Jahren sterben..


Also wie ihr seht, denke ich in alle Richtungen nur leider kann ich mich für keine so richtig entscheiden. Dazu kommt, das ich festgestellt habe, ich möchte zumindest ein wenig reiten, ich habe jetzt 2 eigene Pferde und keins davon kann ich reiten. Zum Reiten habe ich jetzt ein 18.jähriges ehemaliges Schulpferd zur Verfügung bekommen.

Das kann auch irgendwie nicht das wahre sein, oder bin ich jetzt egoistisch???


Was würdet ihr an meiner Stelle machen??


Danke fürs lesen..
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Fugazi

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BeitragDi 24. Dez 2013, 11:43

Die Thematik zwei Pferde - keines reitbar versteh ich voll und ganz.
Hab ja selber das gleiche Thema.

Weswegen über kurz oder lang bei mir noch eine dazu kommen wird.

Was ich dann mit den Rentnern mache weiß ich noch nicht.


Zu deinem Buben *puuuh*
Heftig Heftig

aber EGAL wofür du dich entscheidest - alles wird besser sein als mit einem gebrochenen Bein stundenlang auf der Wiese zu stehen bis ihn jemand findet.

Die Entscheidung ob OP oder einschläfern kann dir keiner abnehmen, aber dein Herz und dein Bauch werden dir sagen, wos langgeht.

*drückdich*
Hilli buckelt wann sie es für richtig hält und nicht, wenn es scheppert und kracht :) :)
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Billie

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BeitragDi 24. Dez 2013, 11:53

Wenn du das Geld für die OP hast und weißt das es dein Pferd ist: versuchen!
Und nicht weiter drüber nachdenken was alles hätte sein können, wenn.....

Ich würde mich sonst ewig fragen ob ich das Pferd mit OP noch mal hätte reiten können. Und wenns schief geht weißt du wenigstens das du alles versucht hast! Ist doch so auf kein tolles Leben für ihn.
Luck is what happens when preparation meets opportunity ;)

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Yellow

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BeitragDi 24. Dez 2013, 12:03

*Billiezustimm*

ich würde bei meinem Pferd alles versuchen was ihm eine reelle !Chance bietet sofern ich es irgendwie finanzieren könnte


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Mönchen

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BeitragDi 24. Dez 2013, 13:14

Ich würde sofort einschläfern...sorry, aber ich finde alles andere wird dem Lauf- und Fluchtier Pferd nicht gerecht.
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munsboro

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BeitragDi 24. Dez 2013, 13:50

Ich schliesse mich Mönchen an, auch wenn es noch so hart ist!
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SasaRay

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BeitragDi 24. Dez 2013, 13:57

Kommt ein bisschen drauf an, welcher Knochen im Carpalgelenk betroffen ist ... aber wenn die Mittel dafür da sind, dann würde ich es versuchen. Da stellt sich recht flott raus, obs was wird oder nicht.

Zu der anderen Sache: JEDES Pferd kann sich auf der Weide ein Bein brechen und steht dann ewig so da rum, bis es gefunden wird. Es gibt Tiere, die schaffen das sogar in der Box. Hätte/könnte/vielleicht sind (für mich) keine Gründe fürs Einschläfern, falls er akut keine zu großen Schmerzen hat.
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Paul

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BeitragDi 24. Dez 2013, 14:20

Zum Thema sofort einschläfern:

Er absolut LAHMFREI

Auch nach mehrfachen starkem Beugen durch verschiedene TA nicht eine Ansatz von Lahmheit, ansonsten hätte ich ihn direkt im MRT eingeschläfert, nachdem ich die Bilder gesehen habe...

Das ist mein größest Problem.


Ich finde es aber sehr schön hier im Forum, das man nicht runtergemacht wird, nur weil man drüber nachdenkt, ob OP oder nicht.

@Yellow: Was ist eine reele Chance?? Ich finde 60-80% voll reitbar ist eine relle Chance oder??

@Billie: Genau das ist es. Wenn es während der OP oder nachher bein Aufstehen halt nicht seien sollte, kann ich mir wenigsten noch sagen, er hatte die Chance, aber es hat nicht sollen sein. Anders herum könnte er ohne OP vielleicht noch 1-2 Jahre länger leben, oder sich morgen auf der Wiese das Bein brechen...


Die Kosten würde zu einem großen Teil ist OP-Versicherung tragen.

@sasa-ray: Es ist der große Knochen der von oben auf den Gelenk trifft. Damit der meist tragende Knochen....

Ach, blöde Entscheidung über Weihnachten..
Zuletzt geändert von Paul am Di 24. Dez 2013, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Tasha

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BeitragDi 24. Dez 2013, 14:34

Ich glaube mit dem Hintergrund würde ich operieren. denn so wie es sich liest hat er noch 1-2 Jahre. und wenn die OP bezahlt wird hast du ja kein riesiges finanzielles Loch. Hast du die Möglichkeit einen zweiten Ta zu dieser op zu befragen? gibt es denn im Netz Erfahrungsberichte zu der Methode?
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Yellow

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BeitragDi 24. Dez 2013, 14:37

Hmm was ist reell....das ist natürlich pauschal schwierig zu beantworten. Für mich persönlich wären 50% Chance auf ein Schmerz und Beschwerdefreies Leben schon genug es zu versuchen.


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Paul

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BeitragDi 24. Dez 2013, 14:50

@ Tasha

Das Problem mit dem zweiten TA ist, das in D kein TA das Pferd mit dem Befund operieren kann. In der Schweiz forschen die TA auf dem Gebiet und habe eine neue Methode entwickelt. Sie würde fünf kleine Löcher in den Knochen bohren und dann das gereinigte Loch mit einem Schwamm mit Wachstumshelfern auffüllen. Sein jetzt behandelnder TA sagt: Steck keinen Cent mehr in das Pferd, ich machs dir für nen guten Kurs tot und dann kannst du dir was neues gesundes kaufen

Also seine Meinung kenne ich.


Mein derzeitiger Endscheidungsstand ist:

Ich fahre mit ihm nach Zürich -sofern ich die schriftliche OP Kosten Zusage habe- lasse ihn in Narkose legen und neue Bilder machen. Sollte eine OP möglich sein werde ich sie machen lassen. Sollten die Bilder aber so sein, dass eine OP keine Chance mehr hat. Soll er nicht mehr aus der Narkose aufwachen......

Mal sehen was die TA dazu sagt...
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Paul

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BeitragDi 24. Dez 2013, 14:51

@ Yellow

Nur möchte ich persönlich keinen Rentner womöglich 25 Jahre mehr durchfüttern und abgeben ist bei so einem Befund ja auch sehr sehr schwierig..
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Tasha

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BeitragDi 24. Dez 2013, 15:15

das hört sich nach einem guten Plan an. ich drücke die Daumen
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Yellow

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BeitragDi 24. Dez 2013, 15:39

[quote=FromZerotoHero, post: 517740]@ Yellow

Nur möchte ich persönlich keinen Rentner womöglich 25 Jahre mehr durchfüttern und abgeben ist bei so einem Befund ja auch sehr sehr schwierig..[/QUOTE]

Nun gut, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin der Auffassung wer A sagt und sich ein Tier anschafft muss auch B sagen....aber diese Grundsatzdiskussion ist eine andere ich wünsch dir auf jeden Fall viel Glück das sich alles zum Guten wendet!


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Brauntier

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BeitragDi 24. Dez 2013, 15:39

Ohje, eine schwere Prüfung.
es ist nun genau einen Monat her, daß ich die Entscheidung gegen eine OP am Hufbein bei meinem Schnuggel, dem Senior-Brauntier, getroffen habe. Ähnlich wie bei Dir, Zersetzung des Knochens, hier durch Bakterien, und, wenn alles gut gegangen wäre, auch wieder im Rahmen belastbar.

Ich bedauere es nicht, denn die ersten Wochen nach der OP wären voraussichtlich noch schmerzhafter für ihn geworden. Und eine Garantie auf Heilung gab es nicht.

Ich glaube, wir müssen nicht an allem herumschnibbeln, -sägen und -lasern, nur weil die Medizin das heute ermöglicht. Du hast sicher ebenso wie ich bis heute nicht nur eine Menge aufwändiger Untersuchungen machen lassen, sondern auch reichlich Medikamente in das Pferd gefüllt. Einmal ist es gut, auch wenn wir uns so sehr gewünscht haben, noch einmal diese Strecke im Wald reiten zu können, und die Fellnase dann schmerzlichst vermissen in jedem Moment.
Mich haben alle Ärzte und Helferinnen in der Klinik anschließend in meiner Entscheidung bestärkt, das hat sehr geholfen. Es war zum Wohle des Pferdes. Zunächst war für die auch klar gewesen, daß man sowas operiert, auch an einem älteren Pferd. Wir hätten auch während der OP weiter entschieden, und dann in den Wochen danach sozusagen täglich neu.
Ich habe diese Entscheidung nun schon zum dritten Mal alleine treffen müssen. Einmal gab es nach einer Medikamentenrehe und beginnendem Ausschuhen für mich keine Diskussion, auch wenn die Ärzte einfach weiter behandelt hätten. Das Pferd war für die eher ein Versuchskaninchen, und sie haben meine Entscheidung damals überhaupt nicht kommentiert, sondern nur verschnupft ihren Job gemacht.
Beim anderen Fall war mein Frührentner in Offenstallhaltung durch Spat schlagartig so lahm, daß er hätte in Einzelhaltung oder Kleinstgruppe mit Dauerschmerzmitteln leben müssen. Egal, ob man so was bezahlen kann oder will - auch da gab es keine Debatten für mich.
Auch wenn ich noch heute immer wieder um alle meine Pferde trauere und um sie weine: Ich weiß, daß ich in allen Fällen richtig gehandelt habe.
Ich wünsche Dir, daß Du rasch klar Deine Linie siehst, zum Wohle des Pferdes.
Fühl Dich gedrückt!
Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitergehen!
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SasaRay

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BeitragDi 24. Dez 2013, 20:00

Zitat: Sein jetzt behandelnder TA sagt: Steck keinen Cent mehr in das Pferd, ich machs dir für nen guten Kurs tot und dann kannst du dir was neues gesundes kaufen

Das hat er so gesagt? Ganz abgesehen von der schwierigen Entscheidung, die in jedem Fall sowohl richtig als auch falsch ist, würde ich sagen: Es gibt zum Glück Tierärzte, die auch nach langen Berufsjahren sowohl realistisch sind als auch einen Hauch Respekt vor der Kreatur haben. Ich würde dem keinen Cent mehr in den Rachen schmeißen und mir für einen guten Kurs einen neuen mit Sinn für Pferde kaufen ... äh ... suchen.

(Edit: Sorry, das hat eigentlich nichts mit deinem Problem zu tun, aber es musste raus, sonst wär ich dran erstickt.)

Zu der Methode: Ich kenne jemanden, die hat das bei einer Zyste im Hufbein machen lassen, was schwieriger ist, weil man durch den Huf muss und es ist bei 50%iger Prognose gut geworden. Ich weiß nicht genau, wo sie es hat machen lassen. Das Pferd geht aber nur freizeitmäßig.
Zuletzt geändert von SasaRay am Di 24. Dez 2013, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Gundi

Moderator

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BeitragDi 24. Dez 2013, 21:16

Ich bilde mir auch ein, das neulich schon mal gehört zu haben.
Auch wegen einer Zyste im Hufbein.
Das sollte aber irgendwo hier in der Gegend gemacht werden.
Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was" sondern bei "So isses!"
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Zwergl

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BeitragDi 24. Dez 2013, 21:28

...wenn die OP-kostenversicherung das recht weit deckelt - würd ichs versuchen - gerade wenn die Prognose so gut ist! Euthanasieren käme für mich bei einem derzeit absolut lahmfreiem Tier überhaupt nicht in Frage.
"Das Leben ist viel zu kurz, um es ohne Zwergi zu verbringen!" (Zitat frei nach Zwergis Freundin D). :mrgreen:
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Lantini

Moderator

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BeitragMi 25. Dez 2013, 07:33

Meiner hat / hatte ja auch ne Zyste direkt am fesselgelenk, im fesselbein.
In der Tierklinik leichlingen sagten sie mir dass man bei solchen Befunden wenn man operiert recht gute Erfolge erzielt und die Pferde relativ schnell wieder fit werden. Die bohren und schrauben das und verfüllen das gereinigte Loch mit bohrspänen oder einem anderen Material. Evtl wäre das eine Option für euch...
Zuletzt geändert von Lantini am Mi 25. Dez 2013, 07:40, insgesamt 1-mal geändert.
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LuckyLady

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BeitragMi 25. Dez 2013, 08:55

Ich würde mich allergenaustens über das nach der OP informieren. Bei uns im Stall wurde einer operiert(hat ne künstliche Sehne bekommen) den hätten sie besser eingeschläfert. Das Pferd hat über ein Jahr gelitten wie ein Hund. Erst nur Stall und zitternd in der Box gestanden vor lauter Anstrengung sich alleine auf den Beinen zu halten und diese Phase ging wirklich wirklich lange. Dann noch ewig Einzelhaft. Das erste halbe Jahr nicht mehr als 10min Schritt führen und so weiter.

Mal abgesehen davon ob sowas dann noch ein Pferdeleben ist ist auch fraglich welches Pferd und welcher Stall sowas mitmachen.

Nach den zwei Jahren reinster Qual steht er jetzt wieder in der Herde und ist(sorry für die Ausdrucksweise) der größte Drecksack der da rumrennt. Aber ob es das Wert war weiß ich bis heute nicht.
Ich weiß, das macht es für dich jetzt nicht leichter, aber die Zeit nach der OP ist erst das schwere was auf euch zukommen würde!
Glück ist wie ein Furz.
Wenn du es erzwingst, kommt wahrscheinlich Scheiße dabei raus.
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