Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

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brösel87

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Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 12:39

Ich begrüße Jennes Vorschlag im Verkaufs-Thread und eröffne mal das Thema, ob und wann es sinnvoll oder nicht oder gar schädlich ist, junge Pferde in die Arbeit zu nehmen.
Ich beginne mal und stelle gleich vorweg, dass ich ein großer Freund von artgerechter Aufzucht bin, sprich 3 Jahre viiiel Auslau auf großen Flächen, weil sich das in der Haltbarkeit (von Ausnahmen abgesehen) bemerkbar macht. Was ich nicht mag, ist Freilandhaltung auf Teufel komm raus, also Sommers wie Winters im Matsch oder auf abgegrasten Flächen draußen, keine Gesundheitskontrolle, kein Zufüttern nach dem Motto Nur die Harten kommen in den Garten. Der Auslöser des Threds ist ein Thüringeti-Pferd. Ich war selber oft genug dort und finde diese Haltung nicht so toll, dass ich mir ein Pferd von dort kaufen würde. Andere haben es getan und meiner Info nach bisher gute Erfahrungen gemacht. Nun gibt es aber auch den Hobbyhalter, der sich ein Fohlen gekauft hat und nun auch Umgang haben will und alle mögliche damit veranstaltet. Das finde ich genauso kritisch. Was für mich gar nicht geht, ist Boxenhaltung mit wenig Auslauf und um das zu kaschieren, kommen sie dann in die Führanlage oder werden longiert, als Handpferd mitgenommen oder anderweitig "bewegt".
Ideal finde ich die nächtliche Aufstallung mit Zufütterung zumindest im Winter, im Sommer ist gepflegte Weidehaltung okay.
Wir nehmen sehr gern komplett rohe Pferde zum Anreiten. Die sind meist haltferführig und geben mehr oder weniger gut Hufe. ALLE waren in kürzester Zeit sehr menschenbezogen und unkompliziert und lernten gerne und schnell. Wir haben auch "betüddelte" Pferde übernommen und hier kommt es sehr darauf an, wie der Umgang gepflegt wurde. Von Vorteil ist, wenn die Fohlen Dinge wie Führen, Anbinden, Putzen, Hufe geben etc. kenen, weil es den Umgang (TA, Schmied) erleichtert. Wenn ein Zweijähriger mal dringend in die Klinik muss und partout nicht auf den Hänger zu kriegen ist, kann das sein letztes Problem sein. Manche wurden aber als Fohlen verzogen und die machen meist wenig Spaß.
Wir reiten Pferde immer erst Anfang 4-jährig an, auch das ist Ansichtssache.
Grundsätzlich glaube ich, dass es nicht notwendig ist, Pferde eher als mit 3 Jahren in die Arbeit zu nehmen und dazu zähle ich auch trensen, satteln, longieren etc., da es meiner Meinung nach keine Vorteile bringt.
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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 13:17

Ich würde sagen dem ist nichts hinzu zu fügen :!:
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Tasha

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 13:28

Ich habe noch nie ein Pferd selbst aufgezogen, dies gleich vorneweg. Ich finde es gruselig wenn man die 2jährigen (ja, ab dem 1.1. sind alle dann 3, auch wenn im Juni geboren) arbeitet(und extrem grausam bei den armen Hengsten die gekört werden). Müssen die wirklich Runde um Runde zentrifugiert werden und dann auch noch eng ausgebunden?
Meinen habe ich 2016 im August gekauft, geboren ist er am 1.5.2012. Er hatte Ostern 2016(also 4jährig) die ersten Male einen Reiter auf dem Buckel. Dann hat ihn die Züchterin (er ist aber auch eher Spätenwickler) zurück auf die Koppel in die Jungsherde (Absetzer bis 4jährige) und da habe ich ihn dann gekauft, da war er dann fast 4,5 als es für ihn so gaaaanz langsam anfing mit der Arbeit. Das reicht doch auch völlig. Meiner Meinung nach sollten Turniere für 3jährige komplett abgeschafft werden.
Edit: als ich so am rumschauen war auf den gängigen Plattformen des Verkaufs haben mich Anzeigen mit gerittenen 3jährigen so abgeschreckt das ich eigentlich nie auf die Idee kam da anzurufen.
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credibility

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 14:34

Die Extreme sind immer das doofe.

4 Jährig von der Koppel, kein Mineralfutter, keine Erziehung, keine Hufbearbeitung... würde mich auch abschrecken...

Hingegen einen Blüter der bei einem vernünftigen Trainer 2jährig von ein paar Kilos auf der Bahn angeritten wurde - würd eich nicht grundsätzlich nein zu sagen
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Natila

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 15:05

Ich finde auch ... Grunderziehung sollte sein dass einfach im Fall der Fälle die Versorgung reibungslos erfolgen kann... Aber total verhätscheln oder als jährling schon mit longieren, Handpferd (lange Strecken) und co anfangen finde ich persönlich nicht gut.

Allerdings muss ich sagen, meine Stute war ja schon sechs als ich sie bekam, kannte bis dahin Reitplatz mit Schritt , Leichtraben und ne halbe Bahn Galopp war sonst nie vom Hof, und hatte nen "der Mensch gibt Futter und Leckerlie" Leben.... Da hatte ich zu Beginn schon dran zu knappern weil sie Grad draußen so gar nix kannte ... Das finde ich schon schön wenn sie das im "Jungpferdealter" kennenlernen und das am besten mit nem chilligen Senior.
Mit dem Alter hatte sie einfach schon ne gewissen "eigene Meinung"



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Pernod

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 16:25

Ich glaube man darf das nicht so schwarz und weiss sehen.
Eine artgerechte Aufzucht mit ausreichend Bewegunug ist sicher das allerwichtigste.
Führen, Hufe geben usw. sollte m. M. nach auch jedes Fohlen lernen. Der richtige Zeitpunkt zum anreiten ist schon wieder viel individueller zu sehen. Ob man einen dreijährigen schon mal etwas longiert und an den Reiter gewöhnt ist sicher auch eine Frage des jeweiligen Entwicklungszustandes. Manchen tut ein Jahr länger Koppel sicher nur gut. Von einem sechsjährig angerittenen und als unverbraucht angebotenen achtjährigen würde ich ganz bestimmt die Finger lassen, da dort weder Körper noch Psyche Gelegenheit hatten sich so zu entwickeln, dass man sportliche Leistungen erwarten kann.
Und ob man mit einem Jährling oder Zweijährigen sich schon beschäftigt hängt wohl ganz entscheidend vom wie ab. Ich kann nichts Verkehrtes daran sehen etwas spazieren zu gehen und das Jungpferd an verschiedene Dinge wie z. B. Verladen zu gewöhnen. Das es verkehrt ist das Fohlen zu verhätscheln und mit Leckerchen vollzustopfen, das ist nicht nur beim Fohlen so. Ich kann einen Jährling genauso verziehen wie ein erwachsenes Pferd und dass das bei beiden falsch ist und bei beiden schlechter als gar nichts zu machen, ist wohl klar. Eine Freundin von mir hat mal eine Stute mit 6 zum reiten übernommen, die wurde als Fohlen zur Weide getragen weil der Weg dahin so matschig war. :o. Der Rest der Erziehung war entsprechend gewesen und das Tier hat sie wirklich Mühe gekostet.
Meiner hat als Jährling spielerisch Gelassenheitstrainig mitgemacht, ist durch Wasser gegangen und auf den Anhänger. Ich wurde damals viel belächelt. Jetzt habe ich ein Pferd, mit dem ich ganz problemlos alleine zum Turnier fahren kann, der im Gelände alles springt wo ich ihn nur halbwegs vernünftig davor gelenkt bekommen, nebenbei Führzügelprüfung und Voltigieren geht.
Mein Fazit, konsequente Erziehung und Gewöhnung macht in jedem Alter Sinn, verhätscheln in keinem ;)
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Rumpelstilzchen

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 19:01

Auch hier muss man einfach auch das Individuum beachten. Bei uns gab es dieses Jahr 10 Fohlen...Drei Stuten, davon eine praktisch von Beginn an sehr sehr scheu. Wenn man die jetzt drei Jahre nicht "an der Hand" hat , dann wird das sicher nicht besser. Meine eigene ist da anders....da hab ich keine Bedenken, dass sie in drei Jahren Angst vor mir hat. Auch wenn ich jetzt nur sporadisch hinfahre um mal zu kuscheln und zu putzen.
Ansonsten ist die Aufzucht so wie von Brösel beschrieben.

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Gerrit

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragFr 11. Jan 2019, 21:54

Ich bin sowas von bei Pernod!!!
Und wenn ich mit meiner 22 Monate alten Maus durch den Wald tiger, an verschiedene Böden gewöhne, sie an die Umwelt gewöhne, Jogger, Biker, etc und ich Ihr zeige ...da wo ich hin gehe, kann dir nichs passieren, ... Wenn Ihr das schadet, dann versteh ich nichts von Pferden!!! Das verstehe ich unter ... mit Pferden arbeiten...dem Alter halt entsprechend ;)
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muck03

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 00:57

Bin ganz bei Pernod und Gerrit. Was ist für ein Pferd schädlich daran, gewisse alltägliche Dinge nebenbei und spielerisch zu lernen?
Meiner ließ sich 2jährig allein verladen, 3jährig als Handpferd mit ins Gelände nehmen und das Anreiten war völligst unspektakulär für ihn. Der ist heute ähnlich Pernods Pferd unterwegs und ich würde es genau so wieder machen...alles in Maßen,spielerisch, aber konsequent
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Rumpelstilzchen

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 08:34

Diese Diskussion ist aber eigentlich genauso müßig wie die Kindergartendiskussionen....
Die einen wollen ihnen möglichst viel an Förderung angedeihen lassen und die anderen sind einfach zufrieden, wenn die Kinder "nur" spielen können und ihnen nichts künstlich aufgedrückt wird.
Es kann beides richtig oder falsch sein.

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Honeymonster

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 09:36

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Diese Diskussion ist aber eigentlich genauso müßig wie die Kindergartendiskussionen....
Die einen wollen ihnen möglichst viel an Förderung angedeihen lassen und die anderen sind einfach zufrieden, wenn die Kinder "nur" spielen können und ihnen nichts künstlich aufgedrückt wird.
Es kann beides richtig oder falsch sein.

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Stimmt! Und dann sind die Kinder/ Pferde auch noch unterschiedlich. Und die Bedingungen, die man hat auch noch...
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Gerrit

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 10:16

Zumindest bei mir ging es um die Aussage von @Sabine

@brösel: Das bestätigt mich übrigens einmal mehr in meiner Auffassung das dieses frühe Gefummel mit den jungen Pferden idR. überflüssig und oft hochgradig schädlich ist.

Also so frühe Ausbildung ist überflüssig und oft hoch schädlich :nixweiss: . Das war für mich eine Aussage, die ICH null verstehe.

Und natürlich rede ich nicht von schon 2 jährig anreiten oder 1 1/2 auf engsten Kreis und ausgebunden longieren. Nicht jetzt bitte irgend welche extrem Situationem suchen.
Für MICH sind so Basisarbeiten vor allem ein Vertrauensaufbau. Ich hatte bis jetzt zwei Pferde von Jung an, mit denen ich sowas gemacht habe. Also vorm anreiten, durch den Wald zufuß, etc. und die hatten soviel vertrauen zu mir, die sind ohne Probleme überall mit mir hin und drüber!
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Gerrit

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 10:23

Ach so, @Sabine, man hat doch heutzutage überall WLAN. Was ist denn bei dir ne richte Grundausbildung? Ab wann würdest du dein Pferd anreiten? 4- oder erst 5 jährig?
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munsboro

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 11:11

Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Links dieses Beitrags anzusehen. ... are_type=t

Wohl auch 3-Jährig ;)

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Gerrit

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 12:09

Na, dann ist das frühe gefummel mit deinem jungen ja nochmal gut gegangen ;) sorry, will hier keinem was böses, aber so was lädt zum diskutieren ein :D
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suomi

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 13:04

Für mich steht fest, dass mein Fohlen (sofern ich eins kaufen sollte) in einer Herde Gleichaltriger aufwachsen wird, und zwar auf weitläufigen Weiden. Und die gibt es hier bei uns in der näheren Umgebung nicht.

Daher stellt sich für mich die Frage überhaupt nicht ob/ was/ wann ich mit meinem Junggemüse mache.

Meinen einen hatte ich 3 jährig gekauft. Meine damalige Koppel lag an einem stark frequentierten Wirtschaftsweg (Traktoren, Mähdrescher, Kutschen, Motorräder, Radfahrer, Fußgänger, Hunde usw). Diese Weide war Gold wert, der lernte das alles kennen, völlig ohne mein Zutun! Angst hatte der vor nichts.

Bez. anreiten. Ich sehe das auch so, dass man das vom Pferd abhängig machen muss. 3 jährig kurz anreiten und dann nochmal wegstellen bis 4 jährig halte ich generell für eine gute Idee. Ohne da jetzt stur dran festhalten zu wollen. Ist entwicklungsabhängig.
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FiLe

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 13:11

In meinem erweiterten Umkreis sehe ich Fohlenmamas, die einfach Nachwuchs aus ihrer Stute haben wollten ( eigenes Thema...) oder sich aus diversen Gründen ein Fohlen gekauft haben. Grob kann man die in zwei Gruppen aufteilen:
Pferdegerecht und nicht Pferdegerecht.

Ich geb jetzt mal Beispiele und meine Einstellung dazu:
Pferdegerecht ist: Das Fohlen lernt putzen, Hufe geben, Halfter, führen. Nicht jeden Tag, so wie es passt und nötig ist. Bis es ernst wird mit anreiten schadet es sicher nichts, mal ne Decke drauf zu legen, Gamaschen oder auch ne Trense auszuprobieren und ein bisschen führen. Wenn sie Box kennen ( kennen, keine Haltung in der Box!) hilft das bei Krankheitsfällen und auch Hänger lernen ( enge Räume!)

Nicht Pferdegerecht in meinen Augen und alles schon gesehen:
Geschorene Jährlinge ( „der ist sonst so dreckig und sieht im Winterfell so ungepflegt aus“)
Jungpferde absichtlich „hochhungern“
Fohlen die Zirkuskunststücke lernen
Zweijährige täglich ausgebunden longieren
Jährlinge die täglich ausgiebig den halben Nachmittag Bodenarbeit machen müssen.
„Waldorf Schüler“ und völlig verwahrloste Kreaturen (Haltungsfrage, noch so ein Thema)

Hab ja auch schon viel angeritten. Hufe geben lernen sie 4jährig auch. Ist halt einfacher wenn sie noch keine 500kg wiegen. Am einfachsten waren immer die, die nur das Fohlen ABC konnten und noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Eine Wendy-Leckerli-Besitzerin zählt bei mir übrigens unter schlechte Erfahrung.

Wir haben sie in der Regel 3 oder 4 jährig im Frühjahr angeritten. Also ein paar mal drauf setzen und dann gleich mal mit Führpferd kurz ins Gelände oder zumindest am Platz oder in der Halle mal außen rum. Zeitraum etwa zwei bis vier Wochen, nicht täglich gearbeitet, wenn sie unfallfrei Traben konnten war gut. Ich hab nie viel Kondition drauf longiert vorher.
Dann wieder ab in die Herde bzw. Auf die Koppel. Und im Herbst ging dann die Arbeit los. Ich hab noch gelernt, das man Jung-Pferde so oft pro Woche arbeitet wie sie alt sind. 4jährig 4x, 5jährig 5x usw.
Ich hatte aber auch die Zeit dazu, bin kein Profi mit Zeitdruck 8-)

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Malaika

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 15:24

Hehe - ich bin ja so ne Wendy-Tüddel-Tante - zumindest könnte man es wahrscheinlich so auslegen.

Ich hab meine (jetzt "4jährig") ja auch als Fohlen gekauft, ab 1,5 jährig war sie dann auch in der Nähe in ner gemischtaltrigen Herde, ab 2,5jähig dann noch mal in ne gleichaltrigen Herde.
Ich war im Verhältnis bestimmt viel da, hab aber das Tier immer wie ein normales Pferd behandelt und mangels überflüssiger Zeit eher weniger als mehr gemacht. Ab und an drübergeputzt, Hufe geben geübt, angebunden, geführt, 2 jährig einmal ne Decke drauf und Gamaschen an die Beine, einmal verstärkt geübt, wenn sie sich zu sehr daneben benommen hat beim Schmied, von mir gabs nie viel Zusatzfutter, auch aus der Hand, zum Ende bin ich da etwas nachlässiger geworden (was man auch gemerkt hat). Jetzt im Sommer die Trense dann reingesteckt, sie dem Sattler hingestellt und mehrere Sättel drauf gelegt. 2,5 jährig lief sie ohne zucken und zappeln und auch ohne üben einfach auf den Hänger drauf, stand tiefenentspannt auf der Fahrt und lief genauso divenmässig wieder vom Hänger runter und die Box zur Übernachtung hinein.

Nun ist sie seit Oktober bei @jenne zum anreiten und macht das alles wohl recht brav.
Wahrscheinlich schlägt der Profi ob meiner Naivität die Hände über dem Kopf zusammen, aber ich glaube, dass mein Projekt "Fohlen als Erstpferd" auf unsere Wendy-tüddelige-Art völlig entspannt und ohne Gewese aus der jungem Dame genau das Pferd gemacht hat, was zu mir und den Anforderungen, die ein Pferd für mich mitbringen muss, passt. Sie hat in der ganzen Zeit in der ich sie habe ne etwas kriminelles, grenzwertiges oder verrücktes gemacht und ist im Umgang einfach nur urlieb und ein Schaf!
Wenn ich sie im April zu mir geholt hab, und die ersten Male selber drauf gesessen hab,, kann ich ja noch mal berichten.
Bis dato hab ich mir damals mein Traumfohlen gekauft und werde mir im Frühjahr auch mein Traumpferd (zumindest charakterlich) in den Stall holen.
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Marla

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 17:19

Ich hab meine mit 6 Monate bekomme. Sie stand bisfast 2 in der Aufzucht bei einem Züchter und professionellen Aufzüchter nicht so weit weg von mir. Daher war ich auch regelmässig dort. Ich habe sie teilweise geputzt, Hufe ausgekratzt weil sie immer mal wieder Strahlfäule hatte. Geputzt habe ich sie natürlich nicht jedes Mal. Führtraining habe ich dann auch gemacht weil da beim Züchter nicht viel gemacht wurde. Mit ca 2 Jahren haben wir auch angegangen spazieren zu gehen und etwas Bodenarbeit zu machen. Sie war beim Anreiten mit 3,5 total artig. Sie wird im Mai 5. Es war noch nie irgendwas ein Problem für sie. Ich tucker seit Sommer alleine ins Gelände! Das viele spazieren gehen hilft da meiner Meinung nach schon! Sie sehen einfach viel und lernen vertrauen von klein auf. Ich wollte das so. Würds auch wieder so machen.
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FiLe

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Re: Ausbildungsbeginn bei jungen Pferden

BeitragSa 12. Jan 2019, 18:41

Malaria, Wendy kann nur mit „Gewese“. Was für ein schönes Wort! :rofl:
Das was Du gemacht hast, ist doch kein Wendy!
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