Jagdreiter

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suomi

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Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 17:29

Unter euch sind doch auch ein paar ambitionierte Jagdreiter... (zu Runkel rüberwink - von Dir weiß ich es sicher! :))

Mögt ihr mal was drüber erzählen? Kann da "jeder" mitreiten? Was ist zu beachten? Wird viel gesprungen/ was für Hindernisse? Welche Kondition benötigt man/Pferd?

In England sind Jagden ja verbreiteter als bei uns und ich habe gelesen, dass die oft geritten werden, um unerfahrene Pferde ans Buschreiten heranzuführen.

Oder nutzt jemand von euch Jagden als Training im Winter für's Buschpferd? Oder ist das hier nicht so gängig? bzw gerne gesehen?

So eine Reitjagd hat schon was... früher (viel früher :D etwas vor meiner Zeit) wurde bei uns im Verein sowas auch veranstaltet... teilweise auch mit Meute und so - aber mangels Teilnehmer, Unfällen und wegen des Aufwands wurde es irgendwann eingestellt.
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 20:13

also es gibt generell den unterschied zwischen Reit- oder Fuchsjagd und der Schleppjagd (mit Hundemeute)
ich persönlich reite nur Schleppjagden und kann daher auch fast nur darüber Auskunft geben.

Bei uns im Süden ist mit jagen im Winter übrigens nichts
Gernell gilt wohl, dass die Jagden stattfinden, bis für gewöhnlich der erste Bodenfrost kommt.
In Süd- Ost Bayern bedeutet dass, dass Mitte November die letzte Jagd stattfindet.
Im Norden gibt es wohl Nikolaus und sogar Neujahrsjagden (erwähnte ich schon, dass ich irgendwie falsch wohne? :-? )

ich weiß von einigen VS- Reitern, dass sie ihre jungen Pferde mal mit auf einen jagd (hier übrigens Schleppjagd) mitnehmen, damit sie "das Galoppieren lernen"

Konditionell ist eine Jagd recht anspruchsvoll, da insgesamt zwischen 20 und 35 km lang, während dieser Strecke werden 6 - 8 Runs/ Schleppen / Galopps á 1,5 - 3km geritten.
Wieviele Sprünge und welcher Art kommt immer auf die Jagd selbst an
Aber diese Informationen stehen meist in der Einladung / Ausschreibung

Also "einfach mal so" Jagd reiten würde ich nicht.
Das sollte man schon trainieren.
Auch die wechselnden Böden und uU bergauf- und bergabgaloppieren.

im Gegensatz zur landläufigen Meinung wird bei (Schlepp)Jagden nicht soooo schnell geritten. Das tempo geben aber letztendlich die hunde vor. HEißt ja auch "hinter den Hunden reiten"
wir haben hier Spitzengeschwindigkeiten von kurzzeitig 37 - 42 km/h gemessen. Aber das war bei Bodennebel und max 7°C
Meist dürften es so um die 400- 450 m/min sein ( je nach Witterung) - bei heißer Witterung durchaus langsamer

Die Meuten in Deutschland haben auf ihren Internetseiten auch viele Erklärungen über Traditionen / Abläufe / Bekleidung / Verhaltensregeln etc der Jagden stehen.

Generell ist Jagdreiten ein recht traditioneller Sport.
Und auf diese Traditionen wird hier immer noch großen Wert gelegt.

und das schönste ist:
Es reiten alle gemeinsam, nicht gegeneinander.
Also ein durchaus sortlich anspruchsvolles Erlebnis mit anderen REitern, dem Pferd und den Hunden.
Anspruchsvoll nicht nur wegen dem GElände und den Sprüngen, sondern vor allem durch das REiten im Pulk.
Das ist nämlich oft nicht so einfach mit dem "dort wo man die Jagd beginnt, bleibt man auch" und dem "auf Strich reiten" - gerade bei Sprüngen.
Auch reitet man ja nicht für sich alleine wie auf einem GEländekurs, sondern muß immer bedenken, dass man auch andere Reiter neben und hinter sich hat.
Dazu kommt der uU aufkeimende Ehrgeiz des Pferdes im Pulk.
Eine (Schlepp)jagd sollte eigentlich weit entfernt sein von dem unkontrolliertem lospreschen was sich oft unter Jagdreiten vorgestellt wird.
weil genau das unkontrollierte, dichtes aufreiten oder "Spurwechsel" macht es gefährlich und sollte daher tunlichst vermieden werden.

Das Jagdpferd sollte also rittig sein, sehr gut konditioniert (viele machen zu Saisson Intervalltraining, tolle TRainingsplan-Vorschläge sind auch bei den Niedersachsen zu finden), trittsicher und auch ein Stück weit selbst in der Lage "zu lösen"

Der zeitliche Ablauf einer Jagd ist meist:
Stelldichein (FRühstück)
Dann TReffen auf einer großen Wiese zu Pferd wo im Schritt geritten wird (und nur im Schritt!) , dann folgt die Ansprache des Jagdherren (Besonderheiten der Jagd) und des Meuteführers mit Bilden der verschiedenen Felder
-> Abritt
Nach ca 3-4 Runs kommt die Pause von ca 15 - 30min
dann weiter reiten mit nochmal 2 - 4 Runs
dann Halali mit (falls mit Hunden) Curee und übergabe Jagdknopf (Waidmannsdank)
Absatteln und Abwarten / verladen der Pferde
Jagdessen

Manchmal wohl auch mit Jagdgericht und nachfolgendem Jagdball
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 21:08

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Brauntier

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 21:39

Runkl, dem ist nahezu nichts hinzuzufügen :gott:
Vielleicht noch: Man macht sich keine Freunde, wenn man (nicht nur als Neuling/Unbekannter) mit einem unsicher springenden Pferd vorne im Springerfeld reitet. Und unschöne Kleidung (T-Shirt/halsfern unter'm Jacket :krank: ) , offene Haare bzw. einfacher Pferdeschwanz (der Reiterin), nicht geflochten oder schlampige Schabracke geht gaar nicht. Wie Runkl sagt: das hat viel mit Tradition zu tun und nichts mit Ehrgeiz. Wir reiten miteinander, es gibt keinen Sieger - nur Gewinner, und zwar an Spaß, Genuß, Freude am Miteinander von Pferd, Hund und Reitern. Für mich bedeutet Jagdreiten mit einem guten Pferd eines der größten Geschenke überhaupt.
Ich glaub', ich hätte das 2017 gerne mal wieder. :hufeisen:
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Pernod

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 21:51

Runklrüb hat geschrieben:Dann TReffen auf einer großen Wiese zu Pferd wo im Schritt geritten wird (und nur im Schritt!)



Das habe ich noch nie verstanden, warum darf man denn sein Pferd für eine Jagd nicht aufwärmen?
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 21:55

wie stellst du dir das vor mit ca 65 - 90 Pferden auf einer Wiese 50 x 100 m wenn da jeder anfängt Handwechsel zu reiten und zu traben und zu galoppieren ?
Am BEsten noch mit der Meute von ca 32 - 40 Hunden in der Mitte ? :nixweiss:

Aber es ist recht lange Schritt - alle in einer Richtung und es hndert dich auch keiner daran, zB Schulterherein zu reiten, solange du dabei keinen adneren behinderst. Beim SvB ist es so, dass wir dann auch vom Stelldicheinplatz weg nochmal lange Schritt gehen, dann ca 5 - 10min traben und einen ersten Aufgalopp (ca 400 - 800m) machen, bevor es zur ersten Anlegestelle geht. Also das Stelldichein ist ein gutes Stück weg von der eigentlichen ersten SChleppe.
Ich meine, die anderen Meute halten das genauso.

Die Pferde werden also schon aufgewärmt. Aber eben "Jagdfeldtauglich"
Zuletzt geändert von Runklrüb am Mi 16. Nov 2016, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Brauntier

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 21:57

Hm, Pernod, wenn Du eine halbe Stunde Schritt gegangen bist, dann ist Dein Pferd schon einigermaßen warm, möchte ich meinen. Und wenn es dann evtl noch mal 15 bis 20 min dauert bis zur ersten Schleppe .. So lange geht keiner in der Bahn Schritt. Da muß man nicht auch noch vorher herumtraben und rumgaloppieren. Folgen ja noch 3 Stunden Jagerei ;)
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Pernod

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:06

OK das sind dann wohl andere Veranstaltungen als die die ich mitgemacht habe. Die sind allerdings auch schon ein paar Jahre länger her. Da gab es vielleicht ca. 40 Teilnehmer, davon vielleicht 12-15 im springenden Feld. Und da wurde vielleicht ca. 15-20 min Schritt geritten, dann ging es sofort im Galopp los und der erste Sprung kam nach 20 m. Und das habe ich nicht als vernünftiges aufwärmen ansehen können. Aber vielleicht hat sich das ja inzwischen geändert.
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:13

hier hab ich ein tolles Bild von dem Eintreffen der Meute auf dem Stelldicheinsplatz
Meute.jpg


und hier ein Bild vom Jagdfeld von der Hubertusjagd (unter der Woche)
- hier wird auf dem Burgwall geritten. Da passen max 3 Pferde nebeneinander.
DA kann man wirklich nur im gleichen Tempo in einer Richtung reiten

IMG_08657.jpg
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:20

Pernod hat geschrieben:OK das sind dann wohl andere Veranstaltungen als die die ich mitgemacht habe. Die sind allerdings auch schon ein paar Jahre länger her. Da gab es vielleicht ca. 40 Teilnehmer, davon vielleicht 12-15 im springenden Feld. Und da wurde vielleicht ca. 15-20 min Schritt geritten, dann ging es sofort im Galopp los und der erste Sprung kam nach 20 m. Und das habe ich nicht als vernünftiges aufwärmen ansehen können. Aber vielleicht hat sich das ja inzwischen geändert.


Von solchen Jagden hab ich auch gehört :motz: ...

Vielleicht hat sich das geändert, weil man sich bewusster wurde, dass das nicht gerade "Pferdeerhaltend" ist.
Vielleicht war es andernorts immer schon so mit den langen Schrittphasen :nixweiss:

Bei uns gehen viele ältere Pferde mit - das Pferd einer Freundin ist 21 Jahre alt und steht den jüngeren in NICHTS nach und hat noch richtig viel Spaß an der Sache.
Die Stute läuft Jagden seit sie 4 Jahre alt ist ;)

Das links ist die 21jährige Stute, rechts ist der LEM
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Militarypferd

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:25

@Pernod
Runklrüb und Brauntier haben von "richtigen" Jagden erzählten. Was Du meinst sind sind "Reiterjagden" von iwelchen dörflichen Vereinen, die meinen eine Jagd besteht in wildem herumgedonnere von Freizeitzossen, quer durch den Wald und das ganze gerne betrunken.
Mit richtigem Jagdreiten, wie oben beschrieben, hat das aber zum Glück nichts zu tun.
Mit grauen, habe ich vor 3 Jahren bei uns in der Nähe einer derartigen "Reiterjagd" (zum Glück nur als Fahrer für die Pferde) beigewohnt. 2 Reiter im Krankenhaus, 3 Pferde mit Sehneschaden, mehrere Pferde durchgegangen, weil Lischen Müller meint, das 2x Woche Halle reiten genug Training für eine Freizeitveranstaltung sind...

Dann lieber z.B. die Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Herzebrock-Rheda - eine ganz, ganz tolle Veranstaltung!
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Sava

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:25

Wow, so muss man erst mal mit 21 aussehen!!! toll! Und der LEM ist auch nicht zu verachten. Schöne Pferde :)

Eine Schleppjagd steht auch auf meiner Liste. Nächstes Jahr wird es wohl eher nichts, aber 2018 dann!


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Pernod

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Re: Jagdreiter

BeitragMi 16. Nov 2016, 22:36

Schön zu hören dass es "richtig" anders läuft. Durchgehende Pferde und Reiter im Krankenhaus gab es da wirklich öfter. Mit Meute waren diese Jagden allerdings auch. Ist aber wie gesagt auch alles so 8-10 Jahre her! Vielleicht sollte ich mir mal wieder eine Jagd anschauen. Wollte den Sport auch sicher nicht schlecht machen, mir war damals eben das mangelnde aufwärmen aufgefallen.
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LuckyLady

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 06:40

[quote="Runklrüb] Beim SvB ist es so, dass wir dann auch vom Stelldicheinplatz weg nochmal lange Schritt gehen, dann ca 5 - 10min traben und einen ersten Aufgalopp (ca 400 - 800m) machen, bevor es zur ersten Anlegestelle geht. Also das Stelldichein ist ein gutes Stück weg von der eigentlichen ersten SChleppe.
Ich meine, die anderen Meute halten das genauso.

Die Pferde werden also schon aufgewärmt. Aber eben "Jagdfeldtauglich"[/quote]

Nein! Tun Sie nicht!!

Ich durfte schon direkt vom Stelldichein auf die erste Schleppe.... :-? Kam bei allen Teilnehmern gut an, weil man sich den nervigen Schritt gespart hat :o

Und auch bei meiner letzten Erfahrung gab es kaum Schritt am Anfang, gemeinesames Warmtraben habe ich noch nie erlebt!
Glück ist wie ein Furz.
Wenn du es erzwingst, kommt wahrscheinlich Scheiße dabei raus.
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Quasi

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 08:09

Aber letztendlich bleibt es doch jedem selbst überlassen, sich nach dem Ablauf der jeweiligen Jagd zu erkundigen und entsprechend aufzuwärmen? :nixweiss:
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southerncross

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 08:45

Meine Erfahrung ist es auch das zumindestens in Bayern gut aufgewärmt wird! Ich schaue das ich zügig Sattle und habe meist einfach mehr Zeit zum Schrittreiten.

Ich würde auch nicht reiten wenn sofort gestartet wird.

Mein keiner ist ja heuer die erste Saison gelaufen und bin sehr glücklich , das es einiger massen gut klappt. Bin im Frühjahr schon 2 Jagdpferde Trainings geritten und im Sommer eine Woche intensives Schleppjagdtraining überstanden :love:
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Caessa

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 09:17

Also ich bin damals viele Fuchsjagden mit geritten. Das haben Teilweise ganze Vereine samt Reitschulpferden veranstaltet. Dort sind wir nie aus der kalten losgeheizt. Im Gegenteil es war eher wie ein großer gemeinsamer Ausritt mit viel Schritt und Trab. Springen mussten nur die, die es sich auch zutrauten und es wurde Rücksicht genommen.
Die eigentliche Jagt nach dem Fuchsschwanz fand am Ende statt und es haben eben die mitgemacht die noch konnten / wollten und mussten den Fuchsschwanz vom Vorjahressieger ergattern
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credibility

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 10:45

Mit meinem Jackomo bin ich viel hinter den Hunden geritten.
Das mit dem tempo auf einer Jagd ist wie von Runkl schon gesagt, viel von den hunden abhängig. Hierzu muss man dann auch sagen, bei den ersten Ritten wenn es noch warm ist, hat man ein Tempo wie von Runkl beschrieben. bei den letzten Ritten wenn die Hunde und Pferde bestens konditioniert sind und die Temperaturen niedriger, da ist da schonmal ziemlich viel Tempo dabei.

Aber es ist herrlich.
"Wer nie im Morgentau
auf leicht behuftem Pferde die Welt durchstreift,
Weiß nichts um des Lebens höchstes Glück."
20-40 herausgebrachte Pferde mit schicken Reiten in roten braunen und grünen Röcken, herbstliche Wälder und nebelige Felder, Hunde die mit hellem Bellen einer Super folgen, Pferde die gemeinsam Galoppieren - das ist wirklich höchstes Glück.
Ich bin auch schon Fuchsjagd geritten aber mit HUnden ist es deutlich stimmungsvoller. Eine Fuchsjagd trug bei uns in der Clique auch den Spitznamen "Maskierter Ausritt" weil man eben zusammen wie verkleidet durch den wald reitet, aber ohne Hunde fehlt doch was. und am ende wird ja doch wieder um einen sieg geritten. das kommt zwar meiner schwäche für wettrennen entgegen, aber ich würde immer eine Schleppjagd bevorzugen.

Soweit die positiven Seiten.
Negativ sind anstrengde Pferde oder unfähige reiter, schlechte Streckenführung (boden, wege, sprünge) oder mangelnde Kondition.
Eine Jagd ist auch auf organisatorischer Ebene nichts für spontane Aktionen.
Ich persönlich mag es auch nicht wenn es zu lang dauert. ich muss nicht 4 stunden kreuz und quer reiten. 2-3 reichen mir völlig :)

bezüglich warm eiten ist ja irgendwie jeder selber verantwortlich.
man wird ja nicht vom pferd gezogen wenn man schon früh am platz erscheint und ein bischen getrabt bin ich auch immer - in der regel hat man genug platz. zumindest meine erfahrung. natürlich wird auch niemand vom ritt ausgeschlossen der quasi vom anhänger direkt los galoppiert. :nixweiss:

Das zusammensein nach dem ritt hat mir auch immer viel freude gemacht. es wird getanzt und getrunken und die pferde stehen ne weil auf dem hänger was denen nach so viel berwegung dann aber auch nicht schadet.

wenn alles klappt werde ich in 2017 auch wieder im feld reiten. Im übrigen würde ich immer das 1. Feld empfehlen, im 2. herrscht oft mehr chaos ;)
Allerdings sollte man auf jeden fall ins 2. feld wenn man eigenes chaos nicht ausschließen kann :D
(*1-2-3-shitstorm, ja ich erinnere mich an den sehnenschaden meines pferdes also dürft ihr euch gerne hinweise sparen und bitte drückt mir diesbezüglich nicht eure meinung auf*)
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Runklrüb

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 12:17

LuckyLady hat geschrieben:[quote="Runklrüb] Beim SvB ist es so, dass wir dann auch vom Stelldicheinplatz weg nochmal lange Schritt gehen, dann ca 5 - 10min traben und einen ersten Aufgalopp (ca 400 - 800m) machen, bevor es zur ersten Anlegestelle geht. Also das Stelldichein ist ein gutes Stück weg von der eigentlichen ersten SChleppe.
Ich meine, die anderen Meute halten das genauso.

Die Pferde werden also schon aufgewärmt. Aber eben "Jagdfeldtauglich"[/quote]

Nein! Tun Sie nicht!!

Ich durfte schon direkt vom Stelldichein auf die erste Schleppe.... :-? Kam bei allen Teilnehmern gut an, weil man sich den nervigen Schritt gespart hat :o

Und auch bei meiner letzten Erfahrung gab es kaum Schritt am Anfang, gemeinesames Warmtraben habe ich noch nie erlebt![/quote]


ok, dann halten wir fest:
es kommt wohl auf die Meute / Jagdorganisatoren an. :nixweiss:

Die Strecken werden ja auch von einem "Meute beauftragtem" im Vorfeld abgenommen und ggf geändert.


Was Credi schreibt über die Feldeinteilung stimmt absolut :thumbsup:
- auch dass man besser nicht ins erste Feld geht, wenn man nicht weiß, wie das Pferd sich in der Jagd verhält.
Jagd kann man nunmal nur in der Jagd üben ;) (eine leidvolle Feststellung die ich vor allem mit dem Schimmelmann machen musste :motz: )

und 42km/h sind 700m/min .... .das ist schon "gescheid" schnell

was es noch zur Kondition zu sagen gibt:
wichtig ist der Aufbau VOR den Jagden, Zwischen den Jagden halten die Pferde das eigentlich selbst (wenn man zB alle 1 - 2 Wochen eine Jagd reitet) und bauen diese auch zusehends auf.
Die Eröffnungsjaden sind kürzer (und witterungsbedingt langsamer) als die in der Hauptsaisson.
Je später man also in die laufende Jagdsaisson einsteigt, desto mehr muß man vorher aufbauen. :nixweiss:
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munsboro

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Re: Jagdreiter

BeitragDo 17. Nov 2016, 12:39

Runklrüb hat geschrieben:Jagd kann man nunmal nur in der Jagd üben ;) (eine leidvolle Feststellung die ich vor allem mit dem Schimmelmann machen musste :motz: )



oder bei den Jagdreitertagen, die es dafür ja extra gibt :thumbsup:

ansonsten muss ich leider auch sagen, dass das mit dem Aufwärmen nicht immer klappt, selbst bei der NDS Meute, ich glaube das hängt stark von einzelnen Personen und Gegebenheiten vor Ort ab

was ich persönlich nicht schön finde, ist die Tatsache, dass die Pferde meist doch recht lange nach der Jadg auf dem Anhänger stehen,
ja, das tun sie auf Turnieren auch, aber die finden in der Regel bei netteren Temperaturen statt und nicht bei Usselwetter im Oktober, November, Dezember

und hier gibt es auch Jadgen bei weniger guten Bodenbedingungen, wie z.B. Schnee ;)
Be yourself, everyone else is already taken. -Oscar Wilde-
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