Kolumne "Ein Ausflug zum Turnier"

Moderatoren: Fips, Lantini, Birte, BigK, Ribby, krissy

  • Autor
  • Nachricht
Offline
Benutzeravatar

Montelino

  • Beiträge: 334

Kolumne "Ein Ausflug zum Turnier"

BeitragDi 10. Jul 2018, 20:47

Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Links dieses Beitrags anzusehen. ... h-wundert/

Toll geschrieben, leider so wahr.
Horsemanship und Respekt treten viel zu oft in den Hintergrund...

Gesendet von meinem G3121 mit Tapatalk
Offline
Benutzeravatar

Taps

  • Beiträge: 2697

Re: Kolumne

BeitragDi 10. Jul 2018, 22:04

Ganz ehrlich - mir gehen diese momentan sehr modernen Schimpftiraden über "die Anderen" mittlerweile ziemlich auf den Zeiger. Vielleicht liegt es daran, dass ich selber als begleitende und trainierende Mutter eines reitenden Teenies der fast immer angesprochene Gruppe der "Bösen" angehöre.

Ich sehe seit vielen Jahren ganz viele verschiede Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Reitsport, Leute mit viel und wenig Erfahrung, Leute mit guter und weniger guter Erziehung. Und ja, es gibt immer wieder Idioten, die sich unfair oder einfach schlecht benehmen - aber die hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben.

Turniere bedeuten für viele zumindest am Anfang Stress. Da gehen Menschen unterschiedlich mit um. Auch Kinder und Eltern müssen lernen damit umzugehen.
Da kann es durchaus auch mal zu einer falschen Handlung kommen. Da sind dann wir Eltern gefragt erzieherisch einzugreifen, gutes Benehmen wird nämlich erlernt und fällt nicht vom Himmel. Und nur weil Dritte die elterliche Korrektur nicht lautstark miterleben heißt nicht, dass diese nicht stattfindet.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob die Reiterei sich in zwei Lager aufspaltet - ich nenne sie hier mal die Wendy-Fraktion und die Sportpartner.
Die Wendy-Fraktion liebt ihr Pferd heiß und innig, würde es am liebsten mit ins Bett nehmen, will es nie wieder abgeben und tendiert dazu es zu vermenschlichen.
Die Sportpartner mögen ihre Pferde auch, sorgen auf eine sachlicheren Ebene für deren Wohlergehen und trennen sich auch mal, wenn sie meinen, dass sie nicht so gut zusammenpassen.

Beide wollen aber, dass es ihrem Pferd gut geht - wo ist also das Problem? Wieso ist nur das Eine gut und das Andere schlecht?

Warum muss über jedes wütende 25 kg-Mädchen, das im E-Springen mal feste am Zügel rupft ein Shitstorm einbrechen, während es total in Ordnung ist, dass die nette Dame mit 30 kg Übergewicht ihrem Pferd in der Hunter-Prüfung bei jedem dritten Sprung in den Rücken plumpst? Es ist beides daneben - das Kind muss sein Benehmen unter Kontrolle bringen und die nette Dame ihre Figur - oder wenigstens ihre Motorik.

Betrachtet doch mal ganz ernsthaft die Vergehen der Anderen und überlegt ob es denn wirklich alles so schlimm ist oder ob man sich da in eine Sache reinsteigert. Manchmal muss man ja auch das eigene Verhalten überdenken, ob es vielleicht auch nicht so ganz in Ordnung war.

Die Schreiberin erwähnt ja zum Beispiel, dass eine Reiterin vom Prüfungsplatz auf den Abreiteplatz galoppiert und dabei fast die Kinder der Schreiberin umreitet. Absolut falsches Verhalten, ganz klar, dennoch frage ich mich, was die Kinder da zu suchen haben, vor allem nachdem die Schreiberin ja schon festgestellt hatte, dass da anscheinend einige Reiter unter Strom standen. Also hätte die Schreiberin ja auch aus Respekt vor den anderen Reitern ihre Kinder vom Abreiteplatz fern halten können, das ist nämlich wirklich kein guter Aufenthaltsort für Kinder.

Daher plädiere ich neben Respekt und Horsemanship auch für Toleranz und Verständnis. ;)
Offline

pavot

  • Beiträge: 528

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 04:55

Ist doch irgendwie auch nichts neues, oder? Die meisten Reiter glauben, dass sie es super drauf haben und alle anderen Flachpfeifen sind. Bei den Buschis ist das tendenziell deutlich weniger ausgeprägt als in den anderen Disziplinen, aber grundsätzlich vorhanden ist es schon.....
Offline
Benutzeravatar

credibility

  • Beiträge: 6979

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 08:09

Ich finde den Blogbeitrag total daneben. Die Formulierung "WBO, das unterste, was unser Verband zu bieten hat." empfinde ich schon als Respektlos.

Nicht jeder hat das talent oder den Mut M** zu reiten. Mich nervt es kolossal, sowas dann als "nicht so wichtig" ab zu tun. Ich fiebere bei einem Wettbewerb genauso mit - es ist eine Herausforderung für viele Paare und für eben diese in dem Moment ja nicht weniger bedeutend, als ein LPO Turnier der höheren Klassen.

"Was haben die auf einem Turnier zu suchen, wenn doch zu Hause alles klappt."
Ist das ironisch gemeint? Verstehe ich hier den Humor nicht?
Kennt die Schreiberin es tatsächlich nicht aus eigener Erfahrung? Ich denke kaum jemand fährt zum Turnier wenn es zuhause NICHT klappt... :nixweiss:

Ich will hier sicher keine dusseligen Kinder und deren Eltern in Schutz nehmen - trotzdem gibt es zu diesem Thema sicherlich weitaus fairere Blogbeiträge.

Kinder sind sich entwickelnde Persönlichkeiten. Sie kommen nicht perfekt aus dem Mutterleib gesprungen und die Erziehung ist so vielfältig, sie kommt auch nicht über Nacht. Ich denke ein guter Aha-Moment sind Richter, die die Kinder in einem vernünftigen Ton ansprechen - das wirkt vermutlich deutlich besser als Eltern. Aber ich bin auch kein Pädagoge.
Facebook: @ScheckeBee
Youtube: Was a Bee
Instagram: ScheckeBee
Offline
Benutzeravatar

Susanne

  • Beiträge: 3126

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 08:38

Ich bin völlig credis Meinung und finde den Beitrag auch respektlos und unnötig.
Und ganz ehrlich, wem ist es denn noch nicht passiert, dass auf dem Turnier was nicht so funktioniert wie gewohnt, man dann frustriert ist und vielleicht ansders reagiert als man das objektiv sollte? Von außen und hinterher redet es sich ja immer leicht... Die wenigsten Reiter sind doch Profis und auch bei denen sieht man, Gott sei dank, immer mal, dass sie auch nur Menschen sind und Nerven haben!
Und wenn der Abreiteplatz in der Nähe des Ziels ist, da könnte es einem auch mit mir passieren, dass ich da noch ein Stück ausgaloppiere/trabe... und für mich haben auf einem Geländeabreiteplatz grundsätzlich Fußgänger nichts zu suchen und unkoordinierte Kinder schon gleich gar nicht. Zeigt mir ein VS Pferd mit Spaß an seinem Job, das beim abreiten vll nicht auch mal kurz los bockt.
Offline
Benutzeravatar

Gerrit

  • Beiträge: 3308
  • Wohnort: Warendorf

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 08:52

Puuh, hab mir gerade den Beitrag mal durch gelesen...

Ich glaube nicht, das die Autorin das negativ meint, mit WBO und unterste ...
Ich glaube eher, sie meint, auf den WBO Turniere sollte alles noch ohne Druck und mit Spaß ablaufen.
Und auch hier liegt es wieder daran, wie immer beim Schreiben, wie die andere Seite es "liest". Mal ehrlich, es gibt sicherlich Ausnahmen mit, ... es läuft mal nicht immer alles so wie gewünscht und man ist natürlich mal angespannt..., aber es ist doch wirklich so, das viele Reiter/-innen den Fehler im Tier suchen.

Und da bin ich ganz bei Taps, es ist die Aufgabe der Eltern/Trainer der Person oben auf dem Pferd aufzuzeigen, wo der Fehler liegt.

Und jetzt nicht wieder einzelne Situationen raussuchen, sondern das ganze sehen... und da passiert leider genau das, was beschrieben wird....

...und da sind auch wir erfahrene Reiter gefragt, mal auf dem Turnier sowas anzusprechen. Was ich übrigens in extremen Situationen gemacht habe, wenn ein Kind z.B. dem Pony nach dem mißlungenem Springen im Maul reißt oder mit der Gerte bearbeitet.
Wer Frauen versteht, kann auch durch null teilen!
Offline

suomi

  • Beiträge: 1487
  • Wohnort: BaWü

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 09:49

Interessant finde ich allerdings den ersten Satz "Sonntag sind wir ausnahmsweise auf ein WBO Turnier gefahren".

Soll das nun heißen, bei LPO Turnieren läuft das anders? Weil bei WBO Turnieren "jeder" mitreiten darf? Oder wie ist das zu verstehen? - Denn wenn ich den Umgang mit dem Pferd kritisiere ist mir das schnuppe ob's WBO oder LPO ist.

Ich persönlich finde den Artikel furchtbar und mit viel Selbstbeweihräucherung geschrieben (vielleicht war das aber auch gar nicht so gewollt, kommt bei mir aber so rüber).

Und ich hoffe doch mal stark, dass sich die (erwachsende) mitreitende Autorin nicht 1:1 mit Kindern vergleichen möchte was den Umgang mit dem Pferd, Übersicht, Umsicht usw. betrifft.

"Schwarze Schafe" gibt's überall, das will ich nicht bestreiten. - Aber... Himmel, es sind Kinder! Jeder von uns hat doch als Kind mal was gemacht wo man heute entsetzt den Kopf drüber schütteln würde... klar, sind da die Eltern gefordert. Aber jeder der Kinder/ Nichten/ Neffen usw hat weiß, dass das manchmal nicht so easy umsetzbar ist wie sich das anhört.

Und jeder der einige Zeit im "Turnierzirkus" dabei ist weiß, dass es wohl sein kann wenn was zuhause klappt, das auf dem Turnier noch lang nicht so ist (ich rede jetzt nicht von Grundlagen und so). Aber Turnier ist einfach anders... Atmosphäre, Aufregung usw. spielt alles mit rein. Bei Pferd und bei Reiter.
Offline
Benutzeravatar

Gerrit

  • Beiträge: 3308
  • Wohnort: Warendorf

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 10:20

... nur eben um noch mal das ganze zu betrachten .... alle Gründe die aufgeführt werden von allen die gegen diesen Artikel sind ... rechtfertigt noch immer nicht, das die Pferde/Ponys unter der schlechten Laune/falschem Ehrgeiz der Reiter leiden... und das war der Hauptansatzpunkt des Beitrags... zumindest hab ich das daraus gelesen.

Die ein oder andere Formulierung mal dahin gestellt gelassen .... ;)
Wer Frauen versteht, kann auch durch null teilen!
Offline
Benutzeravatar

Tasha

  • Beiträge: 828
  • Wohnort: Bei Frankfurt

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 10:26

Ich glaube hier wird einiges auf die Goldwaage gelegt was nicht so gemeint ist. :-?
Sicherlich könnte man das alles etwas "pädagogisch wertvoller" schreiben, aber sooo schlimm wie einige hier finde ich den Artikel jetzt nicht. Ich denke das die Schreiberin eher damit sagen wollte das selbst in Einsteigerklassen, wo es nicht um Olympia oder horrende Preisgelder geht, ein Ehrgeiz an den Tag gelegt wird der schädlich ist. Hier sind halt die Eltern/Trainer gefragt den erfolgsgeilen Gören mal einen Riegel vorzuschieben wenn sie ihre Tiere misshandeln. Ich schreibe dies extra provokant denn wenn ich sowas mitbekomme könnte ich :aufsmaul:
Jetzt kann man sich natürlich fragen wie ein Kind auf die Idee kommt das Pony zu malträtieren weil es nicht "funktioniert" hat. Da stehen die Eltern und Trainer in der Verantwortung.
Wobei es ja nicht nur Kinder sind. Eine RL hat am WE (wieder mal)mit ihren beiden Pferden in L und M -Dressuren echt schlechte Ergebnisse heim gebracht, dafür das sie im Training immer großspurig rumplärrt das sie 2 S- Pferde hat. Diese beiden armen Dressurtiere haben gestern saures gekriegt, noch mehr als sonst. Ich denke ein RL hat noch mehr Vorbildfunktion als ein Miteinsteller, da kommt mit Gerte auf den Kopf hauen echt nicht gut :x
Solchen Kindern/Erwachsenen möchte ich dann gerne Hallenhalma als Hobby empfehlen.....
Offline

brösel87

  • Beiträge: 608

Re: Kolumne

BeitragMi 11. Jul 2018, 10:37

Meist nicht ja nicht mal die "Gören" so "erfolgsgeil", sondern die Eltern. Dann wird es natürlich schwierig mit der pädagogischen Verantwortung. Die Konstellation "wir haben jetzt soundsoviel für Pferd, Unterricht etc. bezahlt, jetzt MÜSSEN Erfolge her, ist hier gar nicht so selten. Da tun mir auch die Kinder leid, die massiv unter Druck stehen. Ansonsten bin ich bei meinen Vorschreibern.
Offline
Benutzeravatar

turniertechniker

  • Beiträge: 7229
  • Wohnort: Da wo der Rhein nach Holland fließt

Re: Kolumne "Ein Ausflug zum Turnier"

BeitragMi 11. Jul 2018, 12:24

Bin da ganz bei Geritt. Ich denke manche Dinge sind hier etwas mißverständlich ausgedrückt. Es handelt sich hier ja teilweise um Reiter, die in der Woche vorher schon das Gleiche auf dem Turnier abgezogen haben.
Bin ja seit einiger Zeit auch wieder mit dem Professor und seiner RB in den kleinen Prüfungen unterwegs, und da sträuben sich mir oft die Haare.
Angefangen von Kindern, die ewig lange auf den Ponies rumsitzen und dort von den Eltern mit Essen und Trinken versorgt werden (Ich hab noch gelernt nach der Prüfung trocken reiten und dann absteigen und Sattelgurt lockern), bis hin zu Situationen auf dem Abreiteplatz, die wirklich gefährlich sind. Die Kiddies werden von den Müttern zum 30ten Mal über einen Oxer geschickt, weil es noch nicht perfekt aussah. Ganz abgesehen davon, das sich mir der Sinn nicht erschließt, für einen Springreiterwettbewerb AHöhe abzuspringen.Die Kinder können einem einfach nur Leid tun.
Horsemanship ist eben nicht nur Knotenhalfter und Bodenarbeit. Das wird den Kindern nur leider viel zu selten vermittelt.

Gesendet von meinem SM-T550 mit Tapatalk
Jetzt hab ich vergessen, was ich gerade denken wollte.

Zurück zu Rund ums Buschreiten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste